Sonderthema:

15 Monate Haft

"C-Promi" als Drogendealer verurteilt

Weil er vorwiegend jugendlichen Konsumenten insgesamt 800 Gramm Haschisch verkauft und darüber hinaus den jungen Liebhaber seiner Mutter vor behördlicher Verfolgung geschützt hatte, ist ein 22-jähriger Wiener am Freitag im Straflandesgericht rechtskräftig zu 15 Monaten unbedingter Haft verurteilt worden.

Doku-Soap
"Er hat ein bisschen einen C-Promi-Ruhm erlangt. Da ist sein Leben außer Rand und Band geraten", hatte Verteidiger Arthur Machac zu Beginn der Verhandlung erklärt. Der 22-Jährige hatte mit der Teilnahme an einer ATV-Doku-Soap bei einem jüngeren TV-Publikum einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. In der Disco wurde er etwa regelmäßig von jüngeren Mädchen angesprochen, teilweise wurde er auch an seinem Arbeitsplatz - eine Feinkost-Abteilung in einem Supermarkt - erkannt.

Diese Art Ruhm stieg dem 22-Jährigen zu Kopf. Er ließ sich kräftig feiern, verschlief allerdings in der Früh regelmäßig den Arbeitsbeginn. Am Ende verlor er seinen Job und auch noch seine Freundin. Um sich in dieser Situation seinen Haschisch-Konsum finanzieren zu können, begann er, das um sieben Euro pro Gramm erstandene Suchtgift um zehn Euro an Bekannte weiterzuverkaufen. Dass seine Abnehmer großteils noch Jugendliche waren und teilweise gerade erst die Strafmündigkeitsgrenze von 14 Jahren erreicht hatten, störte ihn nicht weiter. Eine 14-Jährige, mit der der Angeklagte nach eigenem Bekunden "anbandeln" wollte, stahl ihrer Oma 3.000 Euro, um das Geld für das Gift aufzubringen.

Gebrochene Nase
Am 13. März 2013 ging der 22-Jährige mit seiner Mutter und ihrem jungen Liebhaber in eine Disco tanzen. "Es war schon a bissl komisch, dass sie so an jungen Ausländer hat", räumte der junge Mann vor Richterin Helene Gnida ein. Seine Mutter sei damit "selbst net ganz glücklich" gewesen, habe "den Südländer" aber geliebt. Als Danilo, wie er hieß, vor dem Lokal auffiel, weil er mit der wesentlich älteren, sehr blonden und sehr geschminkten Dame Händchen hielt, und Gelächter erntete, kam es zu einem Handgemenge. Am Ende lag ein Mädchen mit gebrochener Nase im Schnee.

Als die Polizei versuchte, den Täter ausfindig zu machen, behauptete der 22-Jährige, er kenne den gesuchten Danilo nicht. Er und seine Mutter hätten diesen zufällig in einer Tankstelle getroffen, er sei ihnen "nachgelaufen". Weitere Fragen der Polizei wollte der Mann nicht beantworten. "Ruft's bei ATV an", schasselte er die Beamten ab.

Im Zusammenhang damit nun mit dem Vorwurf der Falschaussage und der Begünstigung konfrontiert, beschied der Angeklagte der Richterin: "Ich kenn' den Danilo ja wirklich nicht. Ich kenne ihn als nur Lover meiner Mutter." Gesprochen habe er mit ihm nie etwas.

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