CSI soll Ötzi-Mord klären

5.300 Jahre nach Tod

CSI soll Ötzi-Mord klären

„Ötzi“ gilt als das am besten erforschte Mordopfer der Welt. Vor 5.300 Jahren wurde er hinterrücks von einem Pfeil getötet. Die Spitze steckte noch in seiner linken Schulter, als er am 19. September 1991 auf dem 3.120 Meter hohen Hauslabjoch gefunden wurde – exakt 92,56 Meter von der italienisch-österreichischen Grenze entfernt auf Südtiroler Boden.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums zur Auffindung der Gletscherleiche zieht wieder eine Schar an Wissenschaftlern nach Bozen. Sie sollen die letzten Rätsel der Mumie entschlüsseln.

  • CSI ermittelt. So soll mittels neuester kriminologischer Methoden die Kripo München neue Rückschlüsse zum Mord an „Ötzi“ versuchen. CT-Untersuchungen der Pfeilspitze wurden bereits durchgeführt.
  • Neue Erkenntnisse gibt es auch zum Mageninhalt des Eismannes und zu seinen Krankheiten. So litt er an Parodontitis, Borreliose, Laktoseintoleranz, Gallensteinen, Arterienverkalkung und hatte Würmer.
  • Rechtzeitig zum Jubiläum wird Ötzi auch sprechen können. HNO-Arzt Francesco Avanzini hat den Stimmkanal des Eismannes in 3D rekonstruiert. Elektroingenieur Piero Cosi von der Universität Padua schließlich hat die Stimme mithilfe von Software wiederhergestellt.
  • Ganze Sätze wird Ötzi aber nicht sprechen können, sondern nur Wortfetzen. Ötzis Stimme soll sehr hoch gewesen sein.
  • Der Eismann war zu Lebzeiten klein, nur 1,60 Meter groß, hatte Schuhgröße 38 und wog rund 50 Kilo. Seine Augen waren braun, die Haare ebenfalls, er hatte Blutgruppe null. Selbst lebende Ötzi-Verwandte in Tirol wurden aufgespürt: Per DNA-Analyse wurden 19 Männer ausfindig gemacht, die derselben genetischen Untergruppe wie Ötzi angehören. K. Wendl
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