Das war der Sommer: Hitze, Regen, Kälte

Bilanz der Meteorologen

Das war der Sommer: Hitze, Regen, Kälte

Der Sommer 2011 wird wohl niemandem allzu lange im Gedächtnis bleiben. Zuerst heiß, dann saukalt und nass, anschließend Hitzewelle - wer gerne übers Wetter jammert, der fand in den vergangenen drei Monaten genügend Gelegenheiten. Für die Klimatologen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auf der Hohen Warte in Wien war der heurige Sommer ein durchschnittlicher - und gerade deshalb interessant.

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Für Alexander Orlik besteht der Sommer 2011 vor allem aus Grafiken und Tabellen. Laut diesen statistischen Spaßbremsen war es mit durchschnittlich 18 Grad um ein Grad zu warm, die Niederschlagsmengen waren normal, die Sonnenstunden ausgeglichen - fad. Nicht für Orlik. Denn wirft man einen Blick hinter die Mittelwert-Kulissen, tut sich so manch spannender "Ausreißer" auf. Und rasch kommt man zu dem Schluss - es war eigentlich alles dabei: Gluthitze, Minusgrade, Regenrekorde.

Juli zu kalt
Chancenlos waren im Juli diverse Hochdrucklagen, warme Luft aus dem Süden wurde einfach abgedrängt. Die Folge waren kalte, unwirtliche Tage. Herbst mitten im Hochsommer. Am 3. Juli zeigten die Thermometer in St. Jakob in Defereggen (Osttirol) exakt null Grad an, am Brunnenkogel (T) sogar minus 10,4 Grad. Aber der ist auch 3.400 Meter hoch. Egal, jedenfalls war der Juli insgesamt zwar nur um 0,4 Grad zu kühl, das reichte aber für den inoffiziellen Titel "Kältester Juli seit vielen Jahren".

Hitzewelle im August
Ganz anders präsentierte sich dann der August: nämlich heiß, mitunter sogar glühend. Neun Tage lang schoss das Quecksilber in schwindelerregende Höhen. Am heißesten Tag des Jahres 2011, dem 26. August, wurden in Waidhofen an der Ybbs (NÖ) 38,3 Grad gemessen - mehr als jemals zuvor an diesem Ort. Wie heiß es im gesamten Land tatsächlich war, verdeutlicht aber folgende Statistik: 204 von insgesamt 246 bundesweiten ZAMG-Messstationen registrierten Werte jenseits der 30 Grad.

Und wie geht's weiter?
"Es ist unmöglich, auf den Herbst zu schließen", sagt Orlik. Kollegin Oberzaucher eilt ihm zur Hilfe: "Langzeitprognosen sind noch ein sehr junger Forschungszweig. Was hier errechnet werden sind Wahrscheinlichkeiten, Mittelwerte. Das ist keine Wettervorhersage." Orlik: "Prognosen kann man maximal zehn Tage im Voraus erstellen. Da braucht man aber schon sehr stabile Wetterlagen."
 

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