Dealer verkriechen sich vor der Polizei

Start der Drogen-Razzia

Dealer verkriechen sich vor der Polizei

Es war vielleicht ein bisschen vollmundig: Von 100 festgenommenen Drogendealern hatte die Justiz für den ersten Tag des neuen Drogengesetzes am Mittwoch geträumt. An diesem Tag griff die Polizei mit doppelter Personalstärke in den Rauschgift-Hotspots in Wien und anderen großen Städten durch. Tatsächlich gab es nur 14 Festnahmen.

Weiter überraschen darf dies jedoch niemanden: Die Groß-Razzia mit 200 Beamten war medial tagelang ­angekündigt worden. Kein Wunder, dass am Tag eins an den Hotspots nichts los war. „An der Josefstädter Straße entlang der U6 habe ich keinen einzigen Nordafrikaner gesehen“, sagte ein Anrainer. Normalerweise stehen dort Dutzende und dealen ganz offen mit Suchtgift.

Immerhin: Es wurden entlang der U6 und am Gürtel vier Männer aus Gambia, drei aus Nigeria, zwei Afghanen, zwei Österreicher und je einer aus Sri Lanka, Marokko und Russland aus dem Verkehr gezogen. Vereinzelte Festnahmen gab es auch in den Ländern.

Die Drogen-Hotspots
plötzlich wie leer gefegt
„Man muss den Erfolg nicht rein an den Festnahmezahlen festmachen, sondern auch das Auftreten der Dealer im öffentlichen Raum beachten. Und hier gab es einen deutlichen Rückgang“, sagt Polizeisprecher Patrick Maierhofer. Auch das Justizministerium sieht das so und damit den Zweck erfüllt. Natürlich wissen alle Beteiligten, dass sich die Dealer nicht in Luft aufgelöst haben. Der Erfolg des verschärften Drogengesetzes muss sich erst in Zukunft zeigen.

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