Die Chile-Helden sind wieder in Österreich

Bejubelter Empfang

© AP

Die Chile-Helden sind wieder in Österreich

Sie sind wieder da! ÖSTERREICH war live dabei, als unsere Helden aus Chile erstmals seit ihrem spektakulären Einsatz wieder heimischen Boden betraten.

Müde, aber glücklich und auch sichtlich stolz. Die Strapazen ihres Einsatzes und des 20-stündigen Heimflugs waren Johannes Pemberger, Heinz Tilz und Peter Laschober noch anzusehen, als sie gestern Mittag am Flug­hafen Schwechat mit Blitzlichtgewitter wie Popstars empfangen wurden.

Eine Milliarde Menschen verfolgten vergangene Woche im TV, wie die drei Österreicher mit Nerven wie aus Stahl jene Seilwinde bedienten, mit denen die 33 chilenischen Kumpel aus 600 Meter Tiefe zurück ins Leben geholt wurden. Ganz Chile feierte die Männer, der Präsident kam höchstpersönlich gratulieren, TV-Teams aus aller Welt wollten Interviews mit den drei Rettern.

Umso erstaunlicher, wie cool und gelassen die erste Reaktion in Wien war: "Ich bin sicher kein Held. Das war einfach meine Arbeit", sagte Johannes Pemberger beim ersten Interview am Flughafen zu ÖSTERREICH. Man spürte, das Trio aus Kärnten und dem Burgenland ist bodenständig. Als kurz nach der Ankunft die gesammelte Presse Auskunft haben wollte und die Fotografen unentwegt abdrückten, kniffen Pemberger, Tilz und Laschober immer wieder etwas unsicher die Augen zusammen.

Karl Steinmayr, der Geschäftsführer der Firma Habau – und damit quasi der oberste Chef der Helden – übernahm das Wort: "Gut, dass ihr gesund da seid. Super, dass ihr die 33 Kumpel gesund gerettet habt. Das ist eine menschliche Sonderleistung. Alle hier sind furchtbar stolz auf euch."

Jetzt eine Woche Auszeit, dann der nächste Job
Vor internationaler Presse schilderten die Lebensretter noch einmal, wie sie den 42-Stunden-Einsatz über der Unglücksgrube in der chilenischen Wüste erlebt haben. "Da sind die Emotionen schon hochgegangen", so Tilz.
Dass sie dabei via TV unter ständiger Beobachtung aus aller Welt standen, sei schon sehr "gewöhnungsbedürftig" gewesen. "Wir haben uns das am Anfang ja gar nicht vorstellen können. Das war wie bei der Eröffnung von Olympischen Spielen", so Tilz.

Als damals von der chilenischen Regierung der Auftrag kam, zögerte das rot-weiß-rote Team keine Sekunde, so Laschober: "Ich habe das Drama im TV mitverfolgt und war schockiert. Plötzlich kam der Anruf von meinem Chef, dass ich dort helfen soll und ob das für mich ein Problem sei. Ich sagte sofort: Ich mach es, ich will dort helfen."

Für die drei Retter ist jetzt nach dem ganzen Trubel erst einmal Ruhe angesagt. Gestern Nachmittag wurden die Männer direkt vom Flughafen mit eigens organisierten Shuttlebussen nach Hause zu ihren Familien gebracht.
In Kärnten (Pemberger kommt aus Hüttenberg, Tilz aus Knappenberg) ist alles für die Helden vorbereitet. Am Sonntag bekommen sie von Landeshauptmann Gerhard Dörfler das Kärntner Ehrenkreuz für Lebensrettung. Eine riesige Party ist geplant: Im Klagenfurter Spiegelsaal versammeln sich Hunderte Gratulanten.
Auch Oberwart im Burgenland hat sich für die Rückkehr von Peter Laschober etwas einfallen lassen. Bürgermeister Gerhard Pongracz: "Laschober hat Unglaubliches geleistet. Wir sind stolz, er bekommt einen Ehrentitel."

Die wohlverdiente Auszeit für die Männer dauert aber nur eine Woche. Dann geht es bereits zum nächsten Auftrag …

Diashow Chile-Helden sind wieder in der Heimat
Chile-Helden sind wieder in der Heimat

Chile-Helden sind wieder in der Heimat

Peter Laschober, Johannes Pemberger und Heinrich Tilz sind wieder in Österreich.

Chile-Helden sind wieder in der Heimat

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Die drei haben 33 verschüttete Bergleute in Chile aus mehr als 600 Metern Tiefe über Tag gezogen.

Chile-Helden sind wieder in der Heimat

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Wir sind bei der Rettung cool geblieben", sagte Tilz bei der Rückkehr.

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Das erste Interview der Lebensretter nach der Rückkehr

ÖSTERREICH: Sie werden als Helden gefeiert – ist diese Reaktion angemessen?
Johannes Pemberger: Ich bin sicher kein Held. Das war einfach meine Arbeit. Ich bin aber sehr stolz auf unsere Leistung.
Peter Laschober: Helden sind die Leute, die 33 Tage lang in der Mine ausgeharrt haben.

ÖSTERREICH: Wie hat Sie persönlich das Drama mitgenommen?
Pemberger: Als der erste und der letzte Kumpel nach oben kamen – das sind Momente, die ich nie vergessen werde. Ich hatte am Ende Tränen in den Augen.
Heinz Tilz: Es war unglaublich, als der chilenische Präsident uns die Hand geschüttelt hat. Es ist ein wunderschönes Gefühl, dass wir das leisten durften. Man hat eine Woche gebraucht, bis man das realisieren konnte.
Laschober: Der schönste Moment für mich: Zwei Tage nach der Rettung sind zwei chilenische Kumpel mit ihren Verwandten zu uns gekommen. Wir haben gerade unsere Geräte abgebaut. Die Kumpel haben sich bei uns bedankt. Fast habe ich dabei geweint, aber ich habe die Tränen unterdrückt.

ÖSTERREICH: Haben Sie jemals daran gedacht, dass die Rettungsaktion nicht klappen könnte?
Tilz: Nein, wir haben immer mit der Einstellung gearbeitet, dass die Rettung einfach funktionieren muss. Als die Probefahrten geklappt haben, waren alle Zweifel weg. Das Seil war richtig von uns angepasst.

ÖSTERREICH: Auf was freuen Sie sich jetzt in der Heimat am meisten?
Laschober: Auf meine Tochter Celina-Sofie (5). Mit ihr will ich jetzt viel Zeit verbringen.
Tilz: Ich will jetzt nach Hause zu meiner Frau. Und dann freu ich mich auf ein gemeinsames Begrüßungsbier.
Pemberger: Auf ein paar schöne Tage mit meiner Familie.

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