14. Jänner 2008 18:47
Ob durchtrainierte Ski-Stars wie Hermann Maier oder wahlkämpfende
Landeshauptmänner wie Erwin Pröll und auch Vizekanzler Wilhelm Molterer:
Kaum jemand scheint gegen die Grippewelle gewappnet, die derzeit Österreich
heimsucht und heute vom Institut für Virologie ausgerufen werden soll.
Bereits in sieben Bundesländern wurde das gefährliche Influenza-Virus
nachgewiesen und Experten rechnen mit einem weiteren dramatischen Anstieg.
Zwar zirkulieren die gefährlichen Viren bereits seit einigen Wochen in
Österreich, doch nach den Weihnachtsfeiertagen beobachteten die
Gesundheitsexperten eine enorme Aktivitätszunahme. „Jetzt ist die Influenza
da“, ist sich Sozialmediziner Michael Kunze sicher. Allein in Wien leiden
laut Gesundheitsamt derzeit rund 10.000 Menschen an der Influenza oder einem
grippalen Infekt.
Weitere Infektionen
Doch der Höhepunkt der Grippewelle ist bei
Weitem noch nicht erreicht: „Ich erwarte, dass es in den nächsten ein bis
zwei Wochen zu einer signifikanten Infektions-Vermehrung kommen wird“,
erklärt Theresia Popow-Kraupp vom Institut für Virologie gegenüber
ÖSTERREICH.
Gesundheitsexperte Kunze rechnet dann österreichweit mit Hunderttausenden
Kranken und auch Todesfälle seien nicht auszuschließen. Schließlich ist die
Influenza die Infektionskrankheit mit der höchsten Sterblichkeitsrate. „Wie
viele tatsächlich sterben werden, hängt davon ab, wer erkrankt“, erklärt
Kunze.
Angst vor der Super-Grippe
Zum 90sten Mal jährt sich in diesem
Jahr die gefährlichste Influenza-Welle aller Zeiten, die „Spanische Grippe“.
Die Angst vor einer vergleichbaren Neuauflage, die von Experten immer wieder
angekündigt wird, ist immer noch hoch. Doch Virologin Popow-Kraupp beruhigt
für dieses Jahr: „Heute zirkulieren hauptsächlich solche Viren, die für
mildere Krankheitsverläufe stehen.“