Nach Massenvergewaltigung

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Die irren Ausflüchte der Täter

Großteils nicht geständig haben sich am Dienstag im Landesgericht für Strafsachen neun Flüchtlinge aus dem Irak gezeigt, die in der Nacht auf den 1. Jänner 2016 in Wien eine junge Deutsche in eine Wohnung im zweiten Bezirk gebracht und sich dort allesamt an ihr vergangen haben sollen. Der Prozess wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person und Vergewaltigung ist auf mehrere Tage anberaumt.

Die 28-jährige Frau war nach Wien gekommen, um gemeinsam mit einer hier lebenden Freundin Silvester zu feiern. Am 31. Dezember machten sie sich gegen 23.00 Uhr auf den Weg zum Silvesterpfad, wo sie den Jahreswechsel begingen. Stunden später begegneten vier Angeklagte, die ebenfalls in der Innenstadt feierten, der angeschlagenen Frau vor einem Lokal - sie war nicht mehr ansprechbar, da sie einem Gutachten zufolge zu diesem Zeitpunkt mehr als zwei Promille Alkohol im Blut gehabt haben dürfte.

Diesen Umstand nutzten die Iraker aus, indem sie das hilflose Opfer in die Wohnung eines Landsmannes in der Rustenschacherallee in der Leopoldstadt brachten, wo sich weitere fünf Männer aufhielten. "Ein grausamer Entschluss", stellte Staatsanwältin Karina Fehringer fest. Es sei den Männern von Anfang an um Sex gegangen. (Hier erfahren Sie mehr zu der Tatnacht)

Irre Ausflüchte ...

Mit einer Ausnahme leugneten die irakischen Flüchtlinge die ihnen angelastete Straftat. Einer bestritt, überhaupt in der Wohnung gewesen zu sein. Der Älteste von ihnen erklärte, er habe geschlafen, in der Früh die Frau wahrgenommen und ihr lediglich beim Aufstehen geholfen. Einige räumten ein, mit der 28-Jährigen Sex gehabt zu haben. Das sei aber von der Frau ausgegangen.

So behauptete ein 22-Jähriger, sie habe ihn in der Wohnung in der Rustenschacherallee umarmt, geküsst und seinen Kopf nach unten gedrückt, als er ihrem Wunsch nach Sex nicht entsprach. "Ich habe zu keinem Zeitpunkt wahrgenommen, dass sie die sexuellen Handlungen nicht möchte", meinte der Mann. Sein Verteidiger vermutete, die Frau habe womöglich "unbewusst im Rausch Signale gesetzt".

Der mit 48 Jahren älteste Angeklagte wäre seiner Verantwortung zu folge zu krank für geschlechtliche Handlungen gewesen. "Er ist Diabetiker und herzleidend. Er wurde in der Haft operiert und hat einen Bypass bekommen", machte sein Rechtsbeistand geltend. Dass am Hals der 28-Jährigen DNA-Spuren des um 20 Jahre älteren, ihr völlig fremden Mannes gefunden wurde, erklärte der Anwalt folgendermaßen: "Die hat sich richtig drauf g'haut auf ihn." Der 48-Jährige habe ihr lediglich beim Gang auf die Toilette behilflich sein wollen.

... und eine Art Geständnis

Einer der Iraker legte allerdings eine Art Geständnis ab, nachdem sein Verteidiger Michael Schnarch erklärt hatte: "Es ist eine furchtbare Tat. Es ist gut, dass es eine Aufklärung gibt." Der 31-Jährige schilderte zunächst, wie er mit drei weiteren Angeklagten die Frau vor dem Lokal in der Innenstadt angetroffen hatte: "Sie muss stark betrunken gewesen sein, weil sie am Boden gelegen ist und nicht in der Lage war, allein aufzustehen." Jener Bekannte, der gar nicht in der Wohnung gewesen sein will, habe dann entschieden: "Wir nehmen sie mit." Es sei klar gewesen, dass besagter Bekannter auf Sex aus war.

"Die Dame hat sich überhaupt nicht geäußert. Sie hat sich eingehängt", beschrieb der 31-Jährige, wie die Frau weggebracht wurde. Per Straßenbahn fuhren die vier Iraker mit der Deutschen in die Leopoldstadt. Den Angaben des 31-Jährigen zufolge hatten dort zunächst drei Männer hintereinander mit ihr Sex. "Er kam heraus, war fröhlich, hat gesungen und getanzt", beschrieb der 31-Jährige die Reaktion eines von ihnen nach dem Verlassen des Zimmers, in dem sich die Betroffene befand.

"Ich war der Vierte", gab der 31-Jährige weiter zu Protokoll. Er habe "keine Gewalt angewendet. Was ich genau mit ihr gemacht habe, darüber will ich nicht reden." Nach einer kurzen Pause stellte der Mann fest: "Die Tat ist nicht nur in Österreich, sondern auch im Irak verboten und ehrenrührig. Ich bereue die Tat zutiefst. Wenn ich nicht betrunken gewesen wäre, hätte ich es nicht gemacht." Darauf begann der 31-Jährige zu schluchzen: "Ich schäme mich sehr stark. Auch vor meiner Familie."

Wer nach ihm zu der Frau ins Zimmer ging, wusste der Mann nicht mehr. "Wir alle haben einen großen Fehler gemacht. Aber ich sage es ganz offen und ehrlich, es hat sie (die Betroffene, Anm.) niemand gezwungen oder daran gehindert, die Wohnung zu verlassen", hielt der 31-Jährige abschließend fest.

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