Die spektakulärsten Baby-Entführungen

Chronologie

© Fürweger

Die spektakulärsten Baby-Entführungen

Die Entführung eines drei Monate alten Babys aus dem Salzburger Einkaufszentrum Europark am Mittwoch erinnert an ähnlich gelagerte Fälle der vergangenen Jahre. Baby-Entführungen sind in Österreich - abgesehen von Fällen nach Obsorgestreitigkeiten, wo meist Väter zu Kidnappern werden - eher selten. Im Folgenden eine Chronologie:

9. Juni 2010: Im Salzburger Einkaufszentrum Europark verschwindet kurz vor 10.00 Uhr ein drei Monate altes Baby aus seinem Kindersitz. Die Mutter des Kleinen ist zuvor von einer Frau in ein Gespräch verwickelt worden. In einem unbemerkten Augenblick nimmt jemand das Baby aus dem Sitz heraus und verschwindet damit. Die aufgelöste Mutter erstattet Anzeige, die Polizei sperrt das gesamte Einkaufszentrum und die Umgebung ab.

4. Dezember 2006: Eine 24-jährige unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss stehende Frau nimmt im Landeskrankenhaus Hohenems (Bezirk Dornbirn) in der Säuglingsstation ein drei Tage altes Mädchen an sich, während die Mutter und das Baby schlafen. Über eine Fluchttür gelangt die Verdächtige ins Freie und fährt per Autostopp nach Mäder (Bezirk Feldkirch). Der Pkw-Lenker, der die Frau mitgenommen hat, verständigt das Krankenhaus. Die 24-Jährige wird zwei Stunden später von der Polizei angehalten. Das Baby ist wohlauf.

20. Juni 2006: Eine 40-jährige Tschechin versucht in Freistadt (Oberösterreich) ein zwei Monate altes Baby aus einem Einfamilienhaus zu entführen. Sie läutet an der Tür, verwickelt die Mutter des Säuglings in ein Gespräch und bittet diese, die Toilette benützen zu dürfen. Plötzlich attackiert die Täterin die junge Mutter mit einem Hammer und verletzte diese schwer. Dem Opfer gelingt es einen Nachbarn auf sich aufmerksam zu machen. Dieser verständigt Polizei und Rettung. Die Tschechin hat einige Monate davor im fünften Monat ein Kind verloren, ihrer Familie aber die Fehlgeburt verschwiegen.

24. Mai 2000: Ein zwei Tage altes Mädchen wird aus dem Wiener AKH entführt. Eine junge Frau, die sich als Ärztin ausgibt, verschafft sich Zutritt zum Zimmer der Mutter und nimmt das Baby unter dem Vorwand einer Ultraschalluntersuchung mit. Die Entführerin fährt mit dem Kind nach Steyr. Einer Bekannten fällt allerdings auf, dass die 30-Jährige vor kurzem von einer Fehlgeburt berichtet hat, nun aber mit einem Kind im Arm auftaucht. Die Frau wird festgenommen und erleidet einen Nervenzusammenbruch.

11. September 1998: Aus der Linzer Kinderklinik verschwindet ein neun Monate altes türkisches Baby. Als Besucher getarnt spazieren die Entführer - zwei Männer und ein 15-jähriges Mädchen - in das Spital, um sich nach einem "geeigneten Baby" umzusehen. Das Motiv: Die aus tristem sozialen Milieu stammende Jugendliche kann selber keine Kinder bekommen und fasst den Entschluss, ein Baby zu kidnappen. Zwei beschäftigungslose Bekannte erklären sich bereit, dabei zu helfen. Mit dem Kind fährt das Trio per Zug nach Vöcklabruck und besucht ein Stadtfest. Eine Polizeistreife fasst die Verdächtigen, sie legen ein Geständnis ab. Das Kind ist wohlauf.

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