Drogenfahnder schlagen in Steiermark zu

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Drogenfahnder schlagen in Steiermark zu

Rund 20 Drogenlabors in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden ausgehoben, teilte das bayerische Landeskriminalamt am Donnerstag in München mit. LKA-Einsatzleiter Mario Huber sprach von der "größten Polizeiaktion, die es je gegeben hat bei der Bekämpfung synthetischer Drogen". In Österreich wurde in der Steiermark eine Herstellungsstätte für synthetische Suchtmittel entdeckt.

37-Jähriger Hauptverdächtiger
Ein 37-jähriger Chemikalienhändler aus dem Großraum München gilt als Hauptverdächtiger. Die Kriminalisten haben ihn seit 2004 im Visier, er wurde verhaftet. Er habe zusammen mit zwei weiteren Kollegen - einem aus Bayern und einem aus Niedersachsen - über das Internet "einen schwunghaften Handel mit einem Lösungsmittel betrieben", gab Oberstaatsanwältin Dagmar Illini bekannt. Die Substanz wird in der Drogenszene zur Herstellung von liquid XTC, auch Vergewaltigungsdroge (rape-drug) genannt, verwendet.

Insgesamt wurden acht Personen festgenommen. Über 600 Abnehmer in Deutschland und weitere 200 im Ausland wurden ermittelt. Mehr als die Hälfte davon soll nachweislich aus Österreich stammen, teilte ein Sprecher des Bayrischen Landeskriminalamts mit.

20 illegale Labors
In der Bundesrepublik wurden rund 15 illegale Labors ausgehoben, in der Schweiz und Österreich bei 37 Durchsuchungen weitere fünf. Laut dem Österreichischen Bundeskriminalamt wurde in der Steiermark in einer Küche eine kleine Herstellungsstätte entdeckt, Durchsuchungen in Niederösterreich und Kärnten blieben ergebnislos.

Bei den Durchsuchungen in allen drei Ländern waren rund 2.800 Polizeibeamte im Einsatz. Neben großen Mengen des Lösungsmittels Gamma-Butyrolacton (GBL) wurden auch Amphetamine, Kokain und andere Drogen sichergestellt: "So ziemlich alles, was man sich vorstellen kann, bis hin zu so exotischen Dingen wie Aztekensalbe", berichtete der Einsatzleiter. An drei Orten in Bayern habe die Polizei auch Sprengstoff entdeckt und vor Ort zum Explodieren gebracht. Ein deutscher Beamter wurde dabei verletzt.

1.500 Prozent Gewinnspanne
Der verhaftete Chemikalienhändler habe das Lösungsmittel mit einer Gewinnspanne von 1.500 Prozent verkauft. In seinem Wohnhaus, seiner Garage und auf seinem Grundstück seien tonnenweise Chemikalien sichergestellt worden, ebenso bei dem anderen Hauptverdächtigen aus Bayern. Für den Abtransport seien sechs große Lkw nötig gewesen.

In Niedersachsen rettete die Razzia einem liquid XTC-Konsumenten vermutlich das Leben. Beim Eintreffen der Ermittler befand sich der 33-Jährige in komatösem Zustand. Ein anderer Abnehmer bedrohte die Beamten bevor er sich stellte mit einem Gasrevolver. In Bayern stießen die Fahnder auf eine Cannabis-Aufzuchtanlage. .

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