Dubiose Bootgeschäfte: 42 Monate Haft

"Krimineller, wie er im Buche steht"

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Dubiose Bootgeschäfte: 42 Monate Haft

Weil er allerlei Betrügereien mit Booten betrieben hat, musste sich ein Grazer am Dienstag im Grazer Straflandesgericht vor einem Schöffensenat verantworten. Dem ehemaligen Besitzer einer Bootsfirma wurden gewerbsmäßiger schwerer Betrug, schwerer Diebstahl und Veruntreuung vorgeworfen. Ganz überraschend bekannte er sich in vollem Umfang schuldig. Er wurde zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

"Er ist ein Krimineller, ein Betrüger, wie er im Buche steht", so Staatsanwältin Alice Gasser in aller Deutlichkeit über den Angeklagten. Der 44-jährige Grazer soll seit Mitte 2006 durch seine dubiosen Bootsgeschäfte einen Schaden von 2,2 Millionen Euro verursacht haben. Seine Geschäfte liefen recht unterschiedlich, teilweise verkaufte er Objekte, die ihm gar nicht gehörten, wie zum Beispiel Boote, die bei ihm in Reparatur gegeben worden waren. Ein anderes Schiff soll er zwar ordnungsgemäß verkauft, dann aber aus dem Hafen selbst entfernt haben, bevor es der Besitzer übernehmen konnte - daher die Anklage wegen Diebstahls.

Zwei Konkursverfahren
Bei der Verhandlung zeigte sich der Grazer plötzlich in allen Punkten geständig, weswegen dann 32 von 33 Zeugen gleich wieder entlassen werden konnten. Der 44-jährige erklärte, er sei selbst das Opfer von Betrügern geworden, in den nächsten Wochen würden aber schon eine größere Summe an ihn zurückfließen. "Das hat er von Beginn an behauptet, gekommen ist aber nie etwas", warf die Staatsanwältin ein.

Derzeit laufen auch zwei Konkursverfahren, die Gläubiger sind unter anderem Banken wie die Hypo Kärnten Leasing, die Steiermärkische oder die BKS. Es geht in jedem der beiden Verfahren um rund sechs Millionen Euro, wobei die Chancen für die Gläubiger nicht sehr gut stehen. Der eine Masseverwalter erklärte, bisher seien "0,00 Euro" zum Aufteilen vorhanden, der andere verhieß eine Quote von 0,10 Prozent.

Der Schöffensenat erkannte aber das vollständige Geständnis als mildernd an und verhängte eine Strafe von dreieinhalb Jahren. Seit Februar sitzt der Grazer bereits in Untersuchungshaft. Da weder der Angeklagte noch die Staatsanwältin eine Erklärung abgaben, ist das Urteil nicht rechtskräftig.
 

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