Ehe-Streit: Deshalb mussten Kinder sterben

Brandopfer

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Ehe-Streit: Deshalb mussten Kinder sterben

Jetzt ist es traurige Gewissheit: Die eigene Mutter ist schuld am Tod der beiden herzigen Geschwister Esther und Enrico. Wie berichtet, erstickten die Sechsjährige und ihr zwei Jahre älterer Bruder Dienstagnacht beim Brand des Hauses der Familie in Judenburg im Kinderzimmer.

Rettung
Mama Esther war von einem Passanten im letzten Moment vor den Flammen gerettet worden. Der 22-Jährige hatte die Frau aus einem Toilettenfenster gezerrt. „Zuerst wurde sie wegen einer Rauchgasvergiftung im Spital behandelt, dann haben wir sie einvernommen“, so ein Ermittler.

Lust
Dabei kam die erschütternde Wahrheit ans Licht. Völlig aufgelöst schilderte die 42-Jährige, wie es zu dem Drama gekommen war. Die Frau hatte schon den ganzen Abend getrunken (fünf Bier, sieben Cognac) und wollte dann im Vollrausch mit ihrem Mann Sex. „Doch der hatte keine Lust und verließ das Haus, um einem Streit aus dem Weg zu gehen“, fasste ein Kriminalist Mittwoch die Aussage zusammen.

Weil ihre Annäherungsversuche kläglich gescheitert waren, kam Esther F. auf eine verhängnisvolle Idee. „Aus Frust“, wie sie später zu Protokoll gab. Die korpulente Trinkerin nahm ein Handtuch, zündete es an und warf den lodernden Fetzen auf die Wohnzimmercouch. Dann schaute sie seelenruhig zu, wie sich Flammen und Rauch ausbreiteten.

Qualm
„Es war wohl eine Kurzschlusshandlung, und die Frau hat aufgrund der Alkoholisierung die Tragweite ihres Handelns nicht erkannt“, vermuten Polizisten. Die Folgen waren schrecklich, denn plötzlich breitete sich das Feuer explosionsartig aus. Im Aufgang zum ersten Stock entstand durch die Hitze ein heftiger Sog, und der tödliche Rauch wurde hinauf ins Kinderzimmer gedrückt. Esther und Enrico schliefen ahnungslos, als sich ihre Lungen mit dem tödlichen Qualm füllten.

Als Feuerwehrleute sich später durch die Flammen ins Kinderzimmer vorgekämpft hatten, fanden sie nur noch die leblosen Körper der Geschwister. Lediglich der 22-jährige, schwer behinderte Bruder der beiden konnte unverletzt aus dem Keller geborgen werden.

Tatort
Mittwochnachmittag wurde das ausgebrannte Haus für eine Tatortbegehung mit der Mutter abgesperrt. Beamte brachten die 42-Jährige zur Hintertür, platzierten Blenden hinter den geborstenen Fenstern, um neugierige Blicke auszusperren. Dann schilderte die Frau Ermittlern den Ablauf der Wahnsinnstat.

Vater Helmut F. war Dienstagnacht zum Haus zurückgekommen, als es schon lichterloh brannte. Der 43-Jährige erlitt daraufhin einen Zusammenbruch und wird weiterhin psychologisch betreut. Esther F. wird jetzt in U-Haft überstellt. Ihre Kinder werden Samstag in Fohnsdorf zur letzten Ruhe gebettet.

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