Ein Drittel mehr verletzte Skifahrer

Kein Schnee, aber

Ein Drittel mehr verletzte Skifahrer

Kein Schnee, aber noch nie so viele verletzte Skifahrer wie heuer - geht das?
In Österreich schon. In der Saison 2006/2007 kommen Ärzte und Pfleger in den Krankenhäusern aus dem Gipsen gar nicht mehr raus.

Beispiel Tirol: Obwohl auf den Pisten bisher relativ wenig Schnee liegt, sind die Zahlen der verletzten Wintersportler teilweise gestiegen. In der Unfallchirurgie im Krankenhaus St. Vinzenz in Zams (Bezirk Landeck) seien über Weihnachten "etwa ein Drittel mehr" verletzte Skifahrer und Snowboarder registriert worden als im Vorjahr. Schuld daran sei der "beinharte Kunstschnee", sagte Primarius Bernd Köll am Freitag.

Vor allem im Dezember habe es ziemlich schwere Stürze gegeben. "Skitypische" Verletzungen wie Bänderrisse seien weniger geworden. Dafür habe die Anzahl der Beckenbrüche, Wirbelsäulen- und Kopfverletzungen zugenommen. Köll: "Da jetzt gar kein Schnee mehr liegt, landen die Leute neben der Piste und verletzen sich anders.".

Keine Bänderrisse, viele Kopfverletzungen
"Auffallend viele Kopfverletzungen" habe man in der laufenden Saison zu verzeichnen, meinte Helmut Breitfuss, Chef der Unfallchirurgie in Kufstein. Grund dafür seien der zum Teil harte Aufprall auf Eisplatten und die engeren Sturzräume. Einen Helm zu benutzten sei deshalb besonders ratsam.

Die Zahl der Unfälle auf den Pisten sei nicht gestiegen, dafür aber die Schwere der Verletzungen, sagte Univ-Prof. Michael Blauth, Vorstand der Unfallchirurgie der Universitätsklinik Innsbruck. Zehn bis 15 Prozent davon seien Kopfverletzungen.

300 Hubschrauber-Einsätze
Der "Gipsbomber" der Tyrolian Air Ambulance, eine fliegende Krankenstation, die auf den Pisten verunglückte Urlauber zurück in die Heimat transportiert, habe dieses Jahr "etwas mehr" Passagiere zu verzeichnen. Bisher seien es etwa 300 gewesen, gab Direktor Jakob Ringler an. Getroffen habe es überwiegend Belgier und Holländer, meinte er. Auch in den Unfallchirurgien gebe es "kaum Österreicher" unter den Sturzopfern. Derzeit seien es hauptsächlich Deutsche, die statt beim Aprés-Ski in den Krankenstationen landen. "Die Zeit der Belgier kommt erst noch, wenn die Krokusferien beginnen", so Köll.

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