Alibi platzt

Alibi platzt

Ein (fast) perfekter Mord an junger Mutter

Ein Gummihandschuh könnte ihm nun zum Verhängnis werden: In der Wohnung des Mordopfers Bettina G. in Wien-Alsergrund wurde von der Polizei ein einzelner Gummihandschuh gefunden. Er gehört weder den Sanitätern noch den Polizisten. Zudem handelte es sich bei dem Handschuh um ein Exemplar, wie man sie an Tankstellen bekommt, aber nicht von der Polizei verwendet wird.

Nach DNA-Test klickten erneut die Handschellen
Nun könnte es eng werden für den Niederösterreicher: Die Ermittler setzten eine DNA-Überprüfung an - und Bingo! Die DNA-Spuren waren eindeutig dem genetischen Fingerabdruck des Ex-Freundes der 38-jährigen Wienerin zuordenbar. Die Polizei nahm den Mann wegen Mordverdachts umgehend fest. Er sitzt in der Justizanstalt Josefstadt.

Dramatische Wende
Eine dramatische Wende dieses Mordfalles, denn: Bei den Polizeiverhören unmittelbar nach dem Mord konnte der verdächtige Ex-Lover ein offenbar sicheres Alibi vorlegen: Die Einloggdaten und Telefonate, die er mit seinem Mobiltelefon führte, schienen zu belegen, dass er sich zum Tatzeitpunkt nicht in der Altbauwohnung seiner Ex-Freundin aufgehalten haben konnte.

Nun untersuchen die Ermittler, ob er die Telefondaten nicht doch manipuliert haben könnte. Bettina G. wurde am 7. April in ihrer Wohnung am Julius-Tandler-Platz erschlagen aufgefunden.

Ihre Mutter konnte sie an diesem Tag telefonisch nicht erreichen und alarmierte die Polizei. Ihnen bot sich in der Wohnung eine furchtbare Szene: Überall Blutspuren, die tote Frau lag blutüberströmt am Boden. Sie war mehrmals mit einem schweren Gegenstand geschlagen worden.

Daneben saß ihr erst sechs Monate alter Sohn, der am Hals nur eine Schnittwunde hatte. Für den Kindsvater als Mörder spricht auch, dass der Täter nicht gewaltsam in die Wohnung eingedrungen ist. Der Mann konnte sich bisher nicht zu einem Geständnis durchringen. Ungeachtet der erdrückenden Beweislage beteuert er nach wie vor seine Unschuld.

Der kleine Felix überlebte die Wahnsinnstat - weil der Mörder es nicht übers Herz brachte, ihn ebenfalls zu töten. Ein Indiz?
Wien. Klar ist: Der Mörder wollte die Tat als Mord und Selbstmord aussehen lassen: Bettina G.s Sohn Felix hatte eine kleinen Schnittwunde am Hals, saß neben seiner toten Mama, als ihn die Polizisten fanden. Doch der Täter schaffte es offenbar nicht, das erst sechs Monate altes Baby kaltherzig umzubringen. Ein Indiz dafür, dass der Kindsvater der Täter sein könnte.
Anlass für Streit. Der kleine Bub war oftmals Anlass für heftige Streitereien zwischen Bettina G. und ihrem Ex-Liebhaber. Denn der Mann war eigentlich verheiratet - übrigens mit einer Polizistin. Er betrog seine Frau eine Zeit lang mit der 38-jährigen Bettina G. Die Folge der außereheliche Affäre war schließlich der kleine Felix.
Der kleine Sohn war für den Mann offenbar mehr als unerwünscht. Er bekam kalte Füße und kehrte reumütig zu seiner Ehefrau zurück.
Unterhaltszahlungen für seinen kleinen Sohnemann blieb er einfach schuldig. Das war auch stets der Grund für Auseinandersetzungen, wie mehrere Zeugen bei der Polizei berichteten.
Druck als Todesurteil? Bettina G. hat den Mann schließlich unter Druck gesetzt - ihr Todesurteil. Der Kindsvater (es gilt die Unschuldsvermutung) stand von Anfang an unter Verdacht.
Der kleine Bub hat nun nicht nur die Mama verloren, sondern sein Papa muss wahrscheinlich hinter Gitter. Er hat ein neues Zuhause bei seiner Oma gefunden.

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