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Polizei sucht Eissalon-Besitzerin

Einbetonierte Leichen

Polizei sucht Eissalon-Besitzerin

Schon am Montagabend hatten Bauarbeiter in einem Kellerabteil in Wien-Meidling einen grausigen Fund gemacht: ein Unterschenkel samt Fuß, in einer Mörtelwanne in Beton eingegossen. Gleich darauf rückten Polizei beamte in Ganzkörper-Overalls in das Mehrparteienhaus in der Oswaldgasse aus und sahen die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: In dem Horror-Keller entdeckten sie zwei einbetonierte Tiefkühltruhen, Kühlschrank und fünf Mörtelwannen. Darin befand sich die Leiche eines auffallend großen Mannes, in mehreren Teilen unter massivem Beton, darunter auch sein Kopf. Hier wurde jemand im Mafia-Stil beseitigt.

Außerdem fanden sich in dem Abteil, das möglicherweise zu einem Eisgeschäft im Haus gehört, zwei Gewehre sowie eine schwarze Damenhandtasche mit einer Pistole, einer Nitroverdünnung und einem spanischen Notizbuch.

Zweite Leiche
Am Dienstag dann der nächste Schock: In dem Keller wurde der Kopf einer weiteren Leiche entdeckt. "Wir ermitteln jetzt wegen Doppelmordes. Die Gruppe Fleischhacker des LKA hat den Fall übernommen", sagt Polizeisprecher Mario Hejl.

Noch steht die Identität der Opfer nicht fest. Doch die Polizei verfolgt eine heiße Spur: In dem Keller soll auch ein Handy gefunden worden sein. Die Ermittler haben den Verdacht, dass es einem 48-jährigen Oberösterreicher gehört, der seit einem Jahr vermisst wird.

Eis-Vertreter

Laut Insider-Informationen handelt es sich bei dem Abgängigen um einen gebürtigen Oberösterreicher, der im Februar 2011 zum letzten Mal lebend gesehen wurde. Auch sein Auto, ein roter Peugeot 1001, konnte mittlerweile sichergestellt werden. Der Mann, Manfred H., Sohn eines Lokalpolitikers, hatte in Europa als Vertreter für Eismaschinen gearbeitet und war früher auch mit der Besitzerin des Eissalons am Tatort liiert.

Polizei sucht Eissalon-Besitzerin
Die Polizei wollte die Besitzerin des Eisgeschäftes, eine Spanierin, nach dem grausigen Fund im Keller als Zeugin befragen. Doch sie ist seit Dienstagmittag nicht auffindbar, wie Polizeisprecher Mario Hejl bestätigte. Anrainer des Grätzels berichten , dass die Frau untergetaucht sei, nachdem sie vom Leichenfund erfahren hätte. Es gilt die Unschuldsvermutung. Nicht bestätigen wollte Hejl, dass die Gesuchte ein Flugticket nach Spanien gebucht, aber nicht geflogen sei. Ermittler hätten am Wiener Flughafen vergeblich auf die Frau gewartet.

Obduktionsergebnisse frühestens am Donnerstag
Die Mörtelwannen und die Plastiksäcke wurden in die Wiener Gerichtsmedizin transportiert. Dort werden die Leichenteile vorsichtig vom Beton befreit. Sie sind bereits teilweise verwest. Die Obduktion und DNA-Analysen sollen nun restlos klären, ob es sich bei dem einen grausigen Fund tatsächlich um den vermissten Manfred H. handelt. Bei der zweiten Leiche stehen die Ermittler und Gerichtsmediziner noch ganz am Anfang: Es sei nicht einmal klar, ob der gefundene Kopf zu einer Frau oder einem Mann gehört.

Mafia-Stil
Auf die Kriminalisten wartet Puzzlearbeit. Fand in der Oswaldgasse tatsächlich ein Doppelbegräbnis im Mafia-Stil statt? Und: Wer ist das zweite Opfer, das so schaurig ermordet wurde? Die Obduktion soll nähere Aufschlüsse bringen. Klar scheint bisher nur, dass es deutliche Unterschiede im Zeitpunkt des Todes geben dürfte. Wem ebenfalls in dem Abteil gefundene Schusswaffen - zwei Gewehre und eine Pistole - gehören, war weiter unklar.
 

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