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Elsner zu krank für Bawag-Prozess

Herzprobleme

Elsner zu krank für Bawag-Prozess

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Elsners Ehefrau Ruth erläuterte telefonisch gegenüber ÖSTERREICH, dass ihr Mann nicht zu Gericht kommen könne und weiter im Wilhelminenspital bleiben müsse. "Eine Herzuntersuchung (Szintigrafie, Anm.) hat gezeigt, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert hat." Ob eine für morgen geplante Untersuchung der Lunge wegen des Verdachts auf Tuberkulose angesichts seines Gesundheitszustands überhaupt stattfinden könne, liege bei den Ärzten. Die Untersuchung müsste nämlich unter Vollnarkose durchgeführt werden.

 Zu Beginn der Verhandlung teilte Elsners Anwalt Tassilo Wallentin Richter Christian Böhm mit, dass sich Elsner für die heutige Hauptverhandlung entschuldige. "Es ist ihm aufgrund von akuten Herzrhythmusstörungen nicht möglich, an der Verhandlung teilzunehmen", sagte er. Dafür habe er eine Bestätigung des behandelnden Kardiologen Professor Kurt Huber. Der Gerichtsgutachter könne Huber selber dazu befragen, bot Elsners zweiter Anwalt Jürgen Stephan Mertens an.

 Verärgerung
Richter Böhm zeigte sich über die Mitteilung erst zu Verhandlungsbeginn verärgert. Wenn Elsner seit vergangenem Donnerstag im Spital liege, warum das Gericht nicht früher informiert worden sei? "Das hätte man schon im Vorhinein nicht nur der Presse, sondern auch dem Gericht bekanntgeben können", meinte er. Elsner sei höchst interessiert, am Prozess teilzunehmen, aber "der behandelnde Arzt lässt ihn einfach nicht raus", sagte Wallentin. Elsner halte sich also an den ärztlichen Rat, er könnte ihn ja auch ignorieren, sinnierte der Richter.

Neuer Termin am Donnerstag?
Die Verhandlung geht morgen Donnerstag um 9 Uhr im Wiener Straflandesgericht mit den Einvernahmen der Beschuldigten weiter. Ob Elsner dann kommen wird war  Mittwochnachmittag noch unklar.

Elsner ist beim laufenden zweiten BAWAG-Strafprozess nur wegen der Subsidiaranklage der privatbeteiligten BAWAG angeklagt. Die Bank möchte sich von Elsner die Pensionsabfindung von rund 6 Mio. Euro zurückholen und erhofft sich durch die Klage Unterstützung für den Zivilrechtsweg. Die Staatsanwaltschaft hingegen hatte aus prozessökonomischen Gründen auf eine neuerliche Anklage verzichtet, da der frühere Bank-Chef schon rechtskräftig zu zehn Jahren Haft, der Höchststrafe für die vorgeworfenen Delikte, verurteilt ist. Davon hat er viereinhalb Jahre abgesessen, die Untersuchungshaft einberechnet.

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