21. Oktober 2012 08:19

Urteil in Dubai 

Adelsmayr zu lebenslanger Haft verurteilt

Ein Gericht in Dubai verurteilte den oberösterreichen Arzt zu lebenslanger Haft.

Adelsmayr zu lebenslanger Haft verurteilt
© TZ ÖSTERREICH, Eugen Adelsmayr
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© TZ ÖSTERREICH

Hartes, für den betroffenen österreichischen Arzt Eugen Adelsmayr unverständliches Urteil eines Gerichts in Dubai: Der Anästhesist und Intensivmediziner wurde am Sonntag in einem Mordprozess in Abwesenheit zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Sein Mitangeklagter, ein indischer Arzt, wurde freigesprochen. Dem Arzt und seinem Mitangeklagten war vorgeworfen worden, im Jänner 2009 im Rashid-Hospital in Dubai bei einem Patienten mit hoher Querschnittläsion durch Unterlassung der Hilfeleistung sowie Morphin dessen Tod herbeigeführt zu haben.

Die Reaktion von Eugen Adelsmayr auf das Urteil:

"Es fällt mir schwer, diese Farce zu kommentieren. In dieser Form habe ich das einfach nicht erwartet. Der Unschuldige wurde verurteilt, den ausführenden Arzt haben sie freigesprochen. Ich war ja damals nicht im Krankenhaus, hatte 36 Stunden frei. Am schlimmsten ist die Frage, ob jetzt ein internationaler Haftbefehl gegen mich ausgestellt wird, Sollte dem so sein, werde ich natürlich meine Reisetätigkeit danach ausrichten müssen. Das Ganze ist eine Farce, ein Wahnsinn. Ich muss jetzt mit dem Bewusstsein  der Ungerechtigkeit leben. Einen Einspruch gegen das Urteil werde ich nicht einlegen. Dazu müsste ich nach Dubai reisen. Ich will nicht aus dem Gefängnis dej Einspruch erheben müssen."

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(c) TZ ÖSTERREICH, Das Gericht in Dubai


Interview mit Eugen Adelsmayr vor der Urteilsverkündung:

ÖSTERREICH: Herr Adelsmayr, heute am Vormittag soll in Dubai das Urteil im Mordprozess fallen. Sind Sie nervös?
Eugen Adelsmayr: In den letzten Tagen ist die Anspannung zwar gewachsen, aber ich versuche, das Urteil emotionslos auf mich zukommen zu lassen. Insofern habe ich keine Erwartungshaltung.

ÖSTERREICH: Auch die Todesstrafe bewegt sie nicht?
Adelsmayr: Natürlich hoffe ich auf ein harmloses Urteil wegen Fahrlässigkeit. Dann würde mich auch die Berufung des Staatsanwaltes nicht belasten. Bei einem gravierenden Urteil würde ich auf die Fahndungsliste kommen, und da bleibt natürlich bei Reisen ständig die Angst, ausgeliefert zu werden.

ÖSTERREICH: Vor drei Wochen erschien Ihr Buch. Zufrieden mit der bisherigen Bilanz?
Adelsmayr: Erfreulich sind für mich die Mails und Briefe, die ich von Lesern bekomme. Sie nehmen es nicht als Sachbuch war, sondern als spannende Lektüre. Viele sind überrascht, dass ein Arzt so spannend schreiben kann.

ÖSTERREICH: Wie haben ­Ihre Familie und Ihre Söhne das Buch aufgenommen?
Adelsmayr: Unterschiedlich. Meine Söhne waren in den Entstehungsprozess eingebunden, haben immer wieder Passagen Probe gelesen. Meine Mutter und auch meine Schwägerin haben das Buch bis jetzt nicht fertig lesen können. Sie mussten zu viel weinen. Zwar habe ich mich bemüht, nicht zu emotional zu sein, aber die Familie kann eben auch zwischen den Zeilen lesen.

 

Nächste Seite: Die Chronologie des Falles:

 

Autor: Ida Metzger



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7 Postings
Sorgenvoller Auslandsösterreicher (GAST) meint am 21.10.2012 21:08:58 ANTWORTEN >
Ich vermisse den Aufschrei unserer Multi-Kulti-GRÜN-Kommunisten (Pilz, Glawischnigg, Vassilakou, Korun & Co).
SOS_Wien meint am 21.10.2012 13:37:12 ANTWORTEN >
Jo mei. Jetzt wird er wohl lebenslang nicht mehr nach Dubai fahren können. War ja nicht anders zu erwarten, dass die "Justiz" dort so urteilen wird.
Nonono (GAST) meint am 21.10.2012 13:21:48 ANTWORTEN >
Länder wie Dubai, in denen es offensichtlich kein objektives Rechtssystem gibt, sollte man meiden - und zwar auch als Urlaubsland!! (Zu sehen gibt es dort - jedenfalls kulturell - sowieso nichts, außer man interessiert sich für Hotelarchitektur.)
@ rubikon (GAST) meint am 21.10.2012 10:48:01 ANTWORTEN >
und alle anderen Fachkräfte! sollen sie schauen wie sie ohne den Westen weiterkommen...
sundance meint am 21.10.2012 10:05:32 ANTWORTEN >
"rubikon" - genauso ist es, jeder ist ein selbstmörder der er sich in solche länder begibt!!
die haben ihre eigenen fragwürdigen gesetze und als ausländer ist man dort ohnehin wertlos! das krasse gegenteil zu österreich, da ist es umgekehrt!!!
i pack die net (GAST) meint am 21.10.2012 09:53:44 ANTWORTEN >
Was sollte man sich auch von einem Staat, der gerade das Mittelalter wieder auferblühen läßt, sonst erwarten??
rubikon meint am 21.10.2012 09:23:06 ANTWORTEN >
Es gibt keine korrekte Justiz in dem Wüstenstaat. Wer das geglaubt hat, war von Anfang an ein Narr. Es sollten nun alle ausländischen Ärzte den Staat verlassen und keine Hilfe mehr leisten.
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