FBI sucht nach Nussbaumer

Irak-Geisel

© TZ ÖSTERREICH, EPA

FBI sucht nach Nussbaumer

Durch die dramatischen Entwicklungen im Entführungsfall des Österreichers Bert Nussbaumer (26) und fünf seiner US-Kollegen greift nun die US-Bundes­polizei FBI verstärkt ein. Stunden nach einem ­ÖSTERREICH-Report über Leichenfunde im Irak bestätigte das FBI die Identifizierung von zwei toten Geiseln über DNA-Tests:

Der mit Nussbaumer am 16. November 2006 im Süd­irak entführte Kollege der ­Sicherheitsfirma Crescent ­Security, John Young (44), sowie der Computerfachmann Ronald Withrow (40), der am 5. Jänner 2007 entführt worden war und für die Firma JPI Worldwide werkte.

Das Schicksal von Nussbaumer ist jedoch weiterhin unklar. „Wir haben keine zusätzlichen Informationen“, so Peter Launsky-Tieffen­thal, Sprecher des Wiener Außenministeriums. Die US-Angehörigen seien jedoch vorab über die Identi­fizierung der beiden Kid­napping-Opfer unterrichtet worden.

Angehörige geschockt
Die Leichen von Young und ­Withrow, die nahe Basra gefunden wurden, seien am Freitag der Vorwoche mit US-Militärmaschinen zur Dover Air Force Base im Staat Delaware überstellt worden. Obduktion und DNA-Analysen wurden laut US-Medien im FBI-Zentrallabor in Quantico, Virginia, durchgeführt. Genau dort waren auch die makaberen Indizien vom Vormonat – die abgetrennten Finger von fünf der Geiseln – analysiert worden. Sharon Debrabander, die trauernde Mutter des Opfers John Young, erinnert sich mit Horror, als FBI-Beamte um 20 Uhr am Sonntag vorfuhren. „Ich starrte sie an“, erzählte sie US-Medien: „Was macht ihr Jungs hier am Osterabend?“, schoss ihr durch den Kopf. Sie sprach sogar von einem gewissen Grad an „Erleichterung“ nach 16 Monaten des Bangens.

Weitere Opfer
Nachdem ÖSTERREICH aufgrund intensiver Recherchen bei Insidern der Geiseltragödie in den USA über zumindest zwei weitere Leichenfunde berichtete, schreibt die renommierte Washington Post nun sogar über den Fund von „drei weiteren unidentifizierten Toten“. Eine vierte Leiche soll gerade „sichergestellt“ werden, so die Zeitung. Sie beruft sich auf Quellen innerhalb des Ermittlungsteams. ÖSTERREICH-Recherchen deuten darauf hin, dass weitere Opfer in Kürze in die USA überstellt werden könnten.

Das FBI wollte keine Angaben über den Zustand der Opfer machen – oder den Zeitpunkt ihres Todes. Bloß: Der Fundort soll auffällig nahe am Tatort der Geiselnahme liegen.

Neben Young und With­row, deren Tod bereits bestätigt ist, waren damals nahe der irak-kuwaitischen Grenze mit Nussbaumer die US-Kollegen Paul Reuben (41), Jonathon Cote (25) und Josh Munns (25) entführt worden. Der Überfall von mit Skimasken verhüllten und mit AK-47-Maschinenpistolen bewaffneten Milizen sei ein „Inside Job“ gewesen, so zwei Sicherheitsleute, denen die Flucht gelang. Mindestens zwei der Entführer ­waren als Ex-„Crescent“-Mitarbeiter erkannt worden. Einige der Kidnapper trugen Polizeiuniformen, andere Anzüge.

Autor: Herbert Bauernebel

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