FPÖ-Polizist gesteht:

"Ich lieferte Amokläufer Munition"

Die Enthüllungen in ÖSTERREICH über die privaten Verbindungen des vierfachen Mörders Alois Huber (55) zu einem FP-nahen Gewerkschafter und Polizeibeamten haben am Donnerstag für heftigen Wirbel hinter den Kulissen gesorgt. Kaum einer wollte glauben, dass der Amokläufer von Annaberg mit Munition von einem Polizisten beliefert worden war. ÖSTERREICH hatte die Anonymität des Beamten gewahrt, doch der hat sich nun geoutet: Es ist der AUF-Gewerkschafter Robert Rathammer, ein Polizist aus Melk. Und ein FPÖ-Politiker, der am Sonntag für den Nationalrat kandidiert. Er bestätigt: „Ja, ich habe Huber drei Mal Patronen überlassen“.

Polizist und Killer
 kannten sich seit Jahren
Das hat der gelernte Ballistiker und Entschärfungs-Experte nach dem Amoklauf auch seinem Dienstgeber mitgeteilt. Huber und Rathammer kannten sich seit 1978, beide waren Jäger, trafen sich gelegentlich im Schützenverein. Die Munition, mit der Huber später drei Polizisten und einen Sanitäter tötete, will der Polizist jedoch nicht geliefert haben. Rathammer zu ÖSTERREICH: „Es war Scheiben-Munition, die bei Schießbewerben mit Match-Gewehren verwendet wird.“

Den letzten Kontakt zum Wilderer hatte er eineinhalb Wochen vorm Amoklauf. „Wir haben nur wenige Worte gewechselt, mir ist nichts Besonderes aufgefallen“, sagt der Polizist, der sich heute von Huber distanziert.

Autor: Fritz Weichslbaum

Robert Rathammer im Interview: "Er ist ein Mörder - nicht mein Freund"

ÖSTERREICH: Herr Rathammer, Sie kannten den Amok-läufer Alois Huber?
Robert Rathammer: Ja, seit 1978.

ÖSTERREICH: Als Jagdkollege oder Sportschütze?
Robert Rathammer: Nein, er war zwei Jahre lang mein Karatelehrer.

ÖSTERREICH: Gibt’s sonstige Gemeinsamkeiten?
Robert Rathammer: Keine.

ÖSTERREICH: Ist es richtig, dass Sie ihm in der Vergangenheit Munition geliefert haben?
Robert Rathammer: Ja, ich habe ihm 2003, 2007 und 2012 je 50 Patronen selbstgestopfter Scheiben-Munition überlassen.

ÖSTERREICH: Haben Sie darüber Ihren Dienstgeber informiert?
Robert Rathammer: Ja, gleich nachdem ich erfuhr, was passiert war.

ÖSTERREICH: Wobei wird diese Munition verwendet?
Robert Rathammer: Beim Scheiben-Schießen.

ÖSTERREICH: Das ist keine Jagdmunition?
Robert Rathammer: Nein. Die wird lediglich bei Schießbewerben verwendet.

ÖSTERREICH:
Selbst gestopfte Munition ist erlaubt?
Robert Rathammer: Ja, dazu bedarf es keiner Bewilligung.

ÖSTERREICH: Wann sahen Sie Alois Huber zuletzt?
Robert Rathammer: Etwa eineinhalb Wochen vor seinem Amoklauf.

ÖSTERREICH:
Kannten Sie auch sein Zuhause?
Robert Rathammer: Das hatte ich vor 10 Jahren einmal mit anderen Kollegen besucht.

ÖSTERREICH: Wie würden Sie den Amokläufer als Mensch beschreiben?
Robert Rathammer: Der Mörder meiner Kollegen kann nicht mein Freund sein.

Diashow Das ist der Wilderer Alois Huber

Das Psychogramm

Laut seinem besten Freund hatte sich alles mit dem Tod seiner Frau vor 18 Jahren geändert: Alois H. durchlebte ein langes psychisches Tief und konnte wohl bis zuletzt nicht loslassen....

Das Psychogramm

....im Hof des Hauses des Spediteurs in Großpriel war eine Kapelle für die verstorbene Gattin, in der er täglich betete. Eine neue Frau an seiner Seite fand er nie, dafür hatte er „Burgi“, seinen Schäferhund, den er abgöttisch liebte....

Das Psychogramm

...der Hund hatte eine künstliche Hüfte – immer wieder fuhr er mit „Burgi“ in das tiefste Waldviertel zu einer Hundetherapeutin. Eine Minute Massieren hat 50 Euro gekostet...

Das Psychogramm

...da war ihm nichts zu teuer. Ebenso alles, was mit der Jagd zu tun hatte. Alois Huber war auch auf Großwild- und bei Hubschrauberjagden – alles, um seine Frau zu vergessen, die an Krebs verstorben war...

Das Psychogramm

...der Tod seiner Gattin dürfte auch der Startschuss für seine Wilderer-Karriere gewesen sein. Mindestens sechs Hirsche soll Waffennarr Huber aus dem Auto heraus seit sechs Jahren getötet haben. Die Kadaver ließ er achtlos liegen, nur die wertvollen Geweihe nahm der Unternehmer mit.
Indes mehren sich die Hinweise, dass der Täter seinen blutigen Abgang schon länger geplant haben könnte – vor zwei Monaten fing er an, seinen Besitz zu veräußern. So verkaufte er zum Beispiel seinen BMW GS 1200. Auch befürchtete er zuletzt gegenüber seinem Freund, „schizophren“ zu sein.

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