Facebook-Rufmord: Das Opfer spricht Facebook-Rufmord: Das Opfer spricht

Polizei ermittelt

 

 

Facebook-Rufmord: Das Opfer spricht

„Es geht mir wirklich schlecht. Ich weiß nicht, wieso sie mir das antut“, sagt Thomas Z. zu ÖSTERREICH (siehe Interview). Er wirkt verängstigt, seine Stimme ist schwach. Stunden zuvor hat der Ex-Sportler, der es wegen einer Krankheit immer schwer hatte, sogar einen Nervenzusammenbruch erlitten.

Kein Wunder
Seit Tagen erlebt der 31-jährige Linzer die Hölle auf Erden, weil ihn seine Ex-Freundin Julia F. (18) auf Facebook als Kinderschänder hinstellte. In seinem Namen schrieb sie Sauereien wie „Ich bin ein Kinderschänder und habe ständig Sex mit meiner Kleinen“. Die Rache ging auf, viele glaubten ihr.

Polizei: "Ermitteln wegen Stalking und Verleumdung"
Freunde von Z. nahmen Abstand, in seiner Wohnsiedlung in Linz brodelte die Gerüchteküche und bei der Polizei hagelte es Anzeigen gegen ihn. Erst am Dienstag gestand Julia F. auf Facebook: „Thomas Z. ist unschuldig. Alles ist meine Schuld“ (siehe rechts). Seither ist die Mutter einer fünfmonatigen Tochter, die wieder schwanger ist, untergetaucht. „Wir ermitteln wegen Stalking und Verleumdung, von ihr fehlt jede Spur“, sagt die Polizei. Julia F. drohen bis zu fünf Jahre Haft. Trotzdem: Der Ruf von Thomas Z. ist vorerst ruiniert. Und er muss sogar um den Job bangen. „Sie hat in seinem Namen per Fax die Stelle gekündigt. Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, sagt die Mutter von Z.. Die ganze Familie leidet: „Meine elfjährige Tochter wird mit den Vorwürfen im Park konfrontiert. Wenn man einmal als Pädophiler abgestempelt wird, bekommt man das nicht so schnell los“, sagt sie.

Erstmals haben sich Thomas und Julia vor zwei Jahren kennengelernt. Im Sommer trafen sie sich wieder, wurden ein Paar. „Wir waren ein paar Wochen zusammen“, sagt Thomas Z. Sogar ans Zusammenziehen haben die beiden gedacht – bis ein angeblich dunkles Kapitel aus Julias Vergangenheit auftauchte. „Wir gaben ihr zu verstehen, dass sie nicht mehr bei uns erwünscht ist“, sagt die Mutter. Die Beziehung war aus, eine Woche später begann der Terror. Immerhin: Auf Facebook wurde jetzt die Gruppe „Thomas Z. wurde Opfer von Julia F.“ gegründet.

ÖSTERREICH: Herr Z., Sie wurden im Internet auf Facebook verleumdet. Wie gehen Sie damit um?
Thomas Z.: Es geht mir wirklich sehr schlecht. Ich habe heute einen Nervenzusammenbruch erlitten, ich musste sogar zum Arzt.
ÖSTERREICH: Warum ist Julia auf die Idee gekommen, diese schweren Vorwürfe auf ihrer Facebook-Seite zu veröffentlichen? Haben Sie einen Anhaltspunkt? Ist da etwas passiert?
Thomas Z.: Nein, ich habe keine Idee. Ich weiß nicht, wieso Julia mir das antut. Ich und meine ganze Familie stehen seit Tagen unter Schock. Ich bin unschuldiges Opfer eines Rachefeldzugs.
ÖSTERREICH: Was beschäftigt Sie am meisten?
Thomas Z.: Es ist alles ein Wahnsinn. Das Schlimmste ist, dass mir die Hälfte der Leute glaubt und die andere Hälfte glaubt mir nicht.
ÖSTERREICH: Wie würden Sie Ihre Beziehung zu Julia F. beschreiben? Waren Sie lange mit dem Mädchen zusammen?
Thomas Z.: Nein, wir waren gerade einmal ein paar Wochen zusammen. Ich habe Julia zum ersten Mal schon mit 16 kennengelernt und diesen Sommer wiedergetroffen. Ich habe dann aber schnell bemerkt, dass sie nicht die Richtige ist. Ich wollte mit ihr nichts mehr zu tun haben, wir haben uns aber im Guten getrennt.

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