Fall Brennan: Geldstrafe für Polizist

Urteil

© APA/ Pessenlehner

Fall Brennan: Geldstrafe für Polizist

Mit einem Schuldspruch für den 37-jährigen Polizisten ist am Dienstag der Prozess um den mit einem Drogendealer verwechselten und im Zuge einer Amtshandlung verletzten farbigen Sportlehrer Mike Brennan zu Ende gegangen. Der Beamte wurde wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung zu einer Geldstrafe in der Höhe von 2.800 Euro verurteilt. Er erbat sich Bedenkzeit.

Zwei Irrtümer
Ausschlaggebend für die letztendliche Verurteilung des 37-Jährigen waren für Richter Patrick Aulebauer zwei Irrtümer, die im Zuge der Amtshandlung am 11. Februar 2009 in der U-Bahn-Station Spittelau begangen worden seien: Zuerst hätten der Polizist und sein Kollege den Sportlehrer mit einem tatsächlichen Drogendealer verwechselt und dann auch noch angenommen, Brennan würde einen Fluchtversuch unternehmen.

Die Lebensgefährtin von Mike Brennan gab im Rahmen ihrer Befragung an, sie habe zwar gesehen, wie der Polizist mit der Faust auf ihren Freund eingeschlagen habe. Ob er den farbigen Sportlehrer tatsächlich getroffen hat, konnte sie jedoch nicht eindeutig sagen. Gesichtsverletzungen hatte Brennan allerdings keine davongetragen. Er hatte möglicherweise mit seinen Armen die Schläge abgewehrt, so die Frau.

Keine Ausweise
Da sich die Beamten in Zivil trotz mehrmaliger Aufforderung nicht ausgewiesen hätten, habe sie zuerst angenommen, Schläger wären auf ihren Lebensgefährten losgegangen. Es habe einige Zeit gedauert, bis klar war, dass es sich um Polizisten handelte. "Als ich gesehen habe, wie der Mann auf Mike sitzt, habe ich ihn an den Schultern zurückgerissen. Daraufhin hat er mich weggestoßen", erinnerte sich die Lebensgefährtin von Brennan an den Vorfall am Bahnsteig der Linie U4.

Die Stimmung sei überaus aufgeheizt gewesen, sagte die Frau. Deshalb habe sie auch nicht allzu viele Fragen gestellt, sondern "war nur froh, dass bald klar war, dass Mike unschuldig ist". Sie wollte Brennan ursprünglich in der U-Bahn-Station Spittelau treffen. Er war mit einer Garnitur der U4 aus Richtung Schwedenplatz gekommen und hatte mit seiner Freundin telefoniert. "Plötzlich habe ich gehört, wie das Handy runtergefallen ist." Unmittelbar danach konnte sie beobachten, wie zwei Männer Brennan am Bahnsteig auf den Boden warfen. "Ich habe Schläge gesehen, aber nicht, ob sie auch getroffen haben."

Fehler
Während der Anwalt des Opfers von einer rechtswidrigen Festnahme sowie von vorsätzlicher schwerer Körperverletzung sprach, führte der Verteidiger des Polizisten ins Feld, dass sein Mandant "nie etwas verschwiegen oder beschönigt hat. Er hat einen Fehler gemacht und steht auch dazu".

Der 37-Jährige kritisierte in seinem Statement die mediale Berichterstattung über den Fall: "Es ist traurig, wie das gelaufen ist. Wir waren vom ersten Tag an schuldig. Es hat auch genau ins System gepasst - auf der einen Seite ein Schwarzer und auf der anderen die Polizei. Die vergangenen zwei Jahre waren für mich alles andere als einfach."

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