Fall Cain: Drohungen gegen Verteidiger

Beschimpfungen

© privat, SID

Fall Cain: Drohungen gegen Verteidiger

Der 26-jährige Serbe, der in Bregenz am 8. Jänner den dreijährigen Cain zu Tode geprügelt haben soll, ist noch immer nicht zur Tat befragt worden. Wann der Mann erstmals Stellung zu den Vorwürfen nehmen kann, war weiter unbekannt. Edgar Veith, der Pflichtverteidiger von Miloslav M., sieht sich mit massiven Drohungen erboster Bürger konfrontiert.

Drohungen
Ein Anrufer kündigte an, Veiths Kanzlei anzuzünden, sollte er das Mandat für den 26-jährigen Tatverdächtige nicht niederlegen. Aber auch in Mails oder via Facebook werde er bedroht und beschimpft, so der Rechtsanwalt. Andere Drohungen würden darauf hinauslaufen, "dass ich aufpassen soll" oder auch "dass ich nichts mehr zu lachen habe, sollte der Beschuldigte nicht wegen Mordes verurteilt werden". Manche Bürger würden sich offenbar daran stoßen, dass er eine Tötungsabsicht seines Mandanten dementiere.

Intensive Betreuung
Unterdessen werden die 24-jährige Mutter von Cain sowie sein sechsjähriger Bruder nach Angaben der Jugendwohlfahrt weiter intensiv betreut. Der Sechsjährige wurde selbst schwer misshandelt und musste den Tod des Dreijährigen miterleben. Noch seien vielen Fragen offen, es stehe aber bereits fest, dass die beiden nicht in ihre bisherige Wohnung zurückkehren werden. Man werde alles zum Schutz der Frau und des Buben unternehmen, bat die Jugendwohlfahrt dringend, "Mutter und Sohn in Ruhe zu lassen".

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Die Jugendwohlfahrt ihrerseits wurde nun auch vom BZÖ angezeigt. In seinem in der Vorwoche angekündigten Schreiben an die Staatsanwaltschaft Feldkirch bittet Nationalratsabgeordneter Christoph Hagen anhand seiner Darstellung, "die in diesem Fall strafrechtlich relevanten Sachverhalte zu prüfen". Hagen selbst sieht es als erwiesen an, dass die Behörden über die "dramatischen Familienverhältnisse und die Aggressivität" des Tatverdächtigen informiert waren, die Jugendwohlfahrt sei aber trotzdem untätig geblieben. Außerdem stellte das BZÖ im Zusammenhang mit dem Tod von Cain drei parlamentarische Anfragen. Der Tiroler Luca-Kinderschutzverein hatte die Jugendwohlfahrt bereits am 12. Jänner angezeigt.
 

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