Falsche Spritze: Patient im Koma

Spital-Skandal in Graz

Falsche Spritze: Patient im Koma

Drama um einen angesehenen steirischen Unternehmer. Er ist Firmenchef eines großen Automobilunternehmens an 13 Stand­orten mit 300 Mitarbeitern (sein Vater entdeckte überdies Rennfahrerlegende Jochen Rindt). Der Kommer­zialrat ist offenbar an Leukämie erkrankt. Im Rahmen einer ambulanten (!) Behandlung bei der Chemotherapie sollten dem Steirer zwei Substanzen injiziert werden.

Unterlief Ärztin fataler ­Arbeitsfehler?
Dabei sollte ein Mittel in die Venen, das andere ins Rückenmark gespritzt werden. Die Katastrophe: Die Ärztin verwechselte die Spritzen, weil ihr offensichtlich nicht auffiel, dass die Kennung fehlte – und setzte die in diesem Fall hochgiftige Spritze an der falschen Stelle im Rücken. Die Folge: Das Nervengift könnte nun auch massiv die gesunden Gehirnzellen angreifen – der Schädel des Patienten musste geöffnet werden, das Opfer wurde in künstliches Koma versetzt.

Durch eine Indiskretion gelangte der Fall an die Öffentlichkeit, Selbstanzeige hat das Spital, das den Vorfall bestätigt, noch keine erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Spital will aufklären

„Ja, es ist tatsächlich ein Fehler passiert“, bestätigt Direktor Gernot Brunner.
Seit einer Woche liegt Oskar V. im Koma – die Ärzte kämpfen verzweifelt um sein Leben: Mit einer Spülung versuchen sie, das giftige Medikament aus seinem Rückenmark herauszuwaschen. Über den konkreten Zustand des Patienten hält sich das Krankenhaus bedeckt. In einer eilig einberufenen Pressekonferenz wurde am Mittwoch „lückenlose Aufklärung“ versprochen. Dem Vorstand der Neurologie fehlen die Worte: „Wir waren der Meinung, dass die Sicherheitsvorkehrungen ausreichend sind.“

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