Familie Haiders will Klarheit über Unfalltod Familie Haiders will Klarheit über Unfalltod

Krimi

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Familie Haiders will Klarheit über Unfalltod

Knapp zwei Wochen nach Jörg Haiders Unfalltod entwickelt sich Jörg Haiders Ableben immer mehr zum Krimi: Wie ÖSTERREICH-Recherchen ergaben, ließ die Familie den Leichnam noch nicht einäschern und bestatten. Hintergrund sind Zweifel an der bisherigen Version des Unfallhergangs.

Eines steht fest: Der tödliche Mix aus 1,8 Promille Alkohol im Blut und weit überhöhte Geschwindigkeit kostete Jörg Haider in den frühen Morgenstunden des 11. Oktober das Leben. Gab es daneben noch weitere Gründe dafür, dass der VW Phaeton auf der relativ geraden Strecke bei Tempo 170 von der Straße abkam?

Stimmt Unfall-Theorie doch nicht?
Aus dem Umkreis der Familie ist zu vernehmen, Claudia Haider misstraue den Angaben, dass ihr Mann in so kurzer Zeit so viel Alkohol getrunken hätte (bis zu seinem Abgang aus dem Lokal "Le Cabaret" hat er Zeugenaussagen zufolge nichts getrunken). Sie hält daran fest, dass ihm das überhaupt nicht ähnlich sehe, völlig untypisch für sein Verhalten sei. Das bestätigen auch viele Weggefährten, die Haider gut kannten. Zudem gibt es den Verdacht, Haider seien vor seinem Unfall K.o.-Tropfen verabreicht worden.

Familie stoppt Einäscherung
Die Familie zweifelt an den Behörden-Ergebnissen. Sie will endlich Klarheit und stellt jetzt auf eigene Faust Untersuchungen an. Bei der bisherigen Obduktion seien lediglich Urin- und Gewebeproben entnommen worden, aber möglicherweise kein Bluttest. Wie ÖSTERREICH erfuhr, wurde Haiders Leiche nach der Trauerfeier nicht wie geplant im Krematorium in Villach eingeäschert. „Vorige Woche schon wurde dieser Vorgang gestoppt. Seitdem haben wir in dieser Sache keinen neuen Auftrag bekommen“, bestätigt Dietmar Umele vom Krematorium Villach.

Und auch Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer bestätigt gegenüber ÖSTERREICH: „Die Familie ist jetzt um Aufklärung zur Unfallnacht bemüht“. Er steht mit der Familie in engem Kontakt, vertritt Claudia Haider als Anwalt in Rechtsfragen.

Unterdessen trat Claudia Haider Gerüchten entgegen, dass ihr Mann im Ausland ein zweites Mal obduziert worden sei. "Das ist völliger Unsinn", sagte sie. Eine zweite Obduktion könne sie zum derzeitigen Zeitpunkt aber nicht völlig ausschließen, es sei aber äußerst unwahrscheinlich, dass sie sich zu diesem Schritt entschließe. Darüber hinaus wolle sie zu all den Spekulationen und Gerüchten, die derzeit kursieren, keinerlei Stellungnahme abgeben.

Keine K.o.-Tropfen im ersten Obduktionsbericht
Wie berichtet, wurde Haider nach seinem Unfalltod in die Gerichtsmedizin Graz überstellt. Dort wurde sein Leichnam sowohl auf Alkoholkonsum, als auch auf Drogenkonsum oder K.o.-Tropfen untersucht. Die Ergebnisse wurden bereits an die Staatsanwaltschaft Klagenfurt weitergeleitet. Dort trat man am vergangenen Donnerstag schon Spekulationen entgegen, der verunglückte Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider könnte bei seinem Unfall unter Drogeneinfluss gestanden sein. "Im Vortestverfahren ist alles negativ, keine Drogen", sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Gottfried Kranz.

Dort wurden die Ermittlungen auch bereits eingestellt. Angehörige haben jedoch das Recht, Verstorbene nochmals untersuchen zu lassen - auf eigene Kosten allerdings, und, nach Absprache mit dem Bestattungsinstitut, auch im Ausland.

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