Folter-Vorwurf gegen Wiener Lehrer

Mund zugeklebt

 

Folter-Vorwurf gegen Wiener Lehrer

Der unglaubliche Vorfall spielte sich am 28. September in der „Bacher-Schule“ in Wien-Magareten ab: Sorab (13), Flüchtlingskind aus Aghanistan, dessen rechtes Bein bei einem Bombenangriff so schwer verletzt wurde, dass er eine Prothese trägt, tuschelte im Unterricht. Die unglaubliche Reaktion des Lehrer Peter P. (Name von der Redaktion geändert)., die ÖSTERREICH in einem anonymen Mail zugespielt wurde: Er verklebte dem Burschen den Mund.

Erst als die Werkstunde vorbei war, realisierte der Pädagoge, was er dem 13-Jährigen soeben angetan hat. Hastig ging Peter P.. in die Direktion der Lehranstalt (ein Schule mit Integrations-Schwerpunkt) und gestand dem Direktor Leopold Plasch das Unfassbare. „Ich habe ihn sofort verwarnt und mit einem Disziplinarverfahren gedroht“, berichtet Plasch: „Seinen Job darf er jedoch behalten, da er seine Tat sofort zugegeben hat und das der erste Vorfall war.“ Zusätzlich wurde dem Folterlehrer aufgetragen, eine Therapie bei der schuleigenen Psychoagogin zu machen. „Er will das Ganze auch selbst unbedingt aufarbeiten und es tut ihm total leid“, betont Plasch im Gespräch mit ÖSTERREICH. Die milde Bestrafung ist übrigens mit dem Stadtschulrat akkordiert.

Entschuldigung
Statt einer Anzeige gegen den Lehrer kam es zu einem klärenden Gespräch zwischen Peter P. sowie dem Schüler im Beisein seiner Eltern. Dabei entschuldigte sich Peter P. und betonte, so etwas nie wieder vorkommen würde. Deshalb verzichtete Sorabs Vater darauf, rechtliche Schritte einzuleiten. Zudem kommt der 13-Jährige in eine andere Werkgruppe mit einem anderen Lehrer.

Schuldirektor: "Kollege wurde abgemahnt"

ÖSTERREICH: Herr Direktor, was ist da passiert?
Leopold Plasch: Lehrer Peter P. hat im Werkunterricht seinem Schüler Sorab (13) mit einem Klebeband den Mund zu geklebt.
ÖSTERREICH: Wie kommt ein Pädagoge auf so eine Idee?
Plasch: Weil der Schüler den Unterricht lauthals gestört hat und sich der Lehrer nicht mehr anders zu helfen wusste . . .
ÖSTERREICH: Trotzdem haben solche Methoden in Schulen doch keinen Platz!
Plasch: Ja, überhaupt nicht und ich verurteile das Verhalten auch zu tiefst.
ÖSTERREICH: Wie ist dieser Vorfall überhaupt bekannt geworden?
Plasch: Der Lehrer ist nach der Stunde sofort zu mir gekommen und hat mir sein Fehlverhalten gebeichtet.
ÖSTERREICH: Ist er danach suspendiert worden?
Plasch: Nein, er unterrichtet weiterhin. Den besagten Schüler jedoch nicht mehr. Außerdem wurde Peter P. disziplinarisch abgemahnt.
ÖSTERREICH: Das bedeutet?
Plasch: Sollte so etwas erneut vorkommen, wird er entlassen. Außerdem muss er jetzt eine Therapie bei unserer eigenen Schulpsychagogin absolvieren. Die wird ihm sicher helfen.

Autor: M. Lassnig
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