Frühling mitten im Januar

Wetter total verrückt

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Frühling mitten im Januar

Die sintflutartigen Regenfälle der letzten Tage sind vorbei, jetzt sind die Aufräumarbeiten im Gange. Während sich die Lage in Deutschland weiter zuspitzt, ist Österreich knapp an einer Hochwasserkatastrophe vorbeigeschrammt, so Meteorologe Gerhard Hohenwarther. Grund: Die großen Zubringerflüsse der Donau blieben von den enormen Regenfällen verschont.

Bis zu 15 Grad
Das Hoch mit den frühlingshaften Temperaturen hat sich positiv auf die Pegelstände der Donau ausgewirkt. Bereits am gestrigen Samstag war es in den meisten Teilen des Landes bereits frühlingshaft warm, die Sonne knallte herunter und brachte uns Temperaturen bis zu 13 Grad.

Heute klart es in ganz Österreich auf, in manchen Regionen klettern die Werte auf extreme 15 Grad. Kurzärmelige Spaziergänger sind bei diesen Temperaturen heute kein ungewöhnlicher Anblick.

Pisten bedroht
Was für viele nach dem eisigen Dezember eine Wohltat ist, ist für andere eine Qual. Denn die Tourismusgebiete brauchen jetzt winterliche Verhältnisse wie die Butter aufs Brot. Doch das Gegenteil ist der Fall: „Vor allem Pisten in nieder gelegenen Gebieten schwimmen weg“, so Sepp Schellhorn, Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung gegenüber ÖSTERREICH. Betroffen seien vor allem solche Pisten, an denen es keine Beschneiungsanlagen gibt. „Die haben jetzt ein gröberes Problem“, so Schellhorn. Die Pisten hingegen, auf denen Kunstschnee liegt, würden die milden Temperaturen aushalten. „Dort ist der Schnee kompakt, schwimmt also nicht so schnell weg“, erklärt der Tourismus-Experte.

Winter zurück
Die warmen Temperaturen halten auch die kommenden Tage an. Erst ab der zweiten Wochenhälfte ist Abkühlung in Sicht, mancherorts schneit es sogar. „Das ist für den Tourismus extrem wichtig, denn wir spüren heuer wieder das Jänner-Loch“, meint Schellhorn.

Gebiete wie Saalbach-Hinterglemmm oder Obertauern seien derzeit nur bis zu 50 % belegt. Anders in Kitz: Die Ski-Metropole ist dank des bevorstehenden Hahnenkamm-Rennens zufrieden.

Expertin: „Klima-Wandel ist schuld“

Sintflutartige Regenfälle mit Dutzenden Toten in Australien, Überschwemmungen mit dramatischen Erdrutschen und Hunderten Opfern in Brasilien, verheerende Unwetter in Sri Lanka, Dauerregen in Deutschland, und in Grönland geht die Sonne plötzlich um zwei Tage zu früh auf: Was ist los mit unserem Klima?

Die renommierte Meteorologin und Klima-Expertin Helga Kromp-Kolb erklärt die Zusammenhänge zwischen den aktuellen, globalen Unwetter-Ereignissen und der weltweiten Klima-Veränderung: „Diese Phänomene, die wir derzeit erleben, sind leider ein Teil der CO2-bedingten Erderwärmung“, so die Meteorologin. Und ihre Prognose gibt keinen Anlass für viel Optimismus: „Werden die CO2-Emissionen nicht sofort dramatisch reduziert, wird es in den nächsten Jahren systematisch wärmer werden“, prognostiziert Kromp-Kolb. Zu dem Phänomen der Erderwärmung gehören auch extreme punktuelle Ereignisse, wie sie derzeit durch La Nina ausgelöst werden und Australien ein Jahrhundert-Unwetter bescheren.

(jem)


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