Geheimes Treffen mit flüchtigem Denis

Fall Zwei

© Niesner Liesi

Geheimes Treffen mit flüchtigem Denis

Die dramatische Flucht der Familie Zeqaj aus Niederösterreich bewegt das ganze Land. Der 16-jährige Denis ist vor einer Woche ausgerissen, um der Abschiebung in den Kosovo zu entgehen. ÖSTERREICH traf ihn zum geheimen Gespräch.

Das Treffen
Wir befinden uns in einer unmöblierten Wohnung, irgendwo in Österreich. Denis ist blass, hat in den letzten Tagen wenig gegessen, hat sechsmal den Unterschlupf gewechselt und telefoniert ständig mit neuen Handy-Karten, um nicht ausfindig gemacht werden zu können. Geld hat er keines, alles was er braucht, geben ihm Freunde. Seine Hand ist kalt und zittert. Während unseres Gespräches knetet er eine schwarze Mütze. Die bietet ihm Schutz, wenn er auf die Straße geht. Schutz vor der Polizei, denn wenn sie ihn findet, muss er weg.

Dabei war das Thema lange nicht präsent. Dass Denis kein österreichischer Staatsbürger ist, hatte er fast vergessen, denn seit mehr als vier Jahren wartet die Familie auf die Beantwortung ihres Asylantrages. Sie lebt in Wieselburg. Safete, seine Mutter, arbeitet in einem Holzbetrieb, Haxhi, sein Bruder, geht in die Schule. Als der Vater straffällig wurde, hieß es für alle: Ab in den Kosovo. Die Sprache der beiden Brüder ist aber Deutsch, sie können fast kein Albanisch.

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