Georgien-Mafia kam mit Öffis

"Operation Java"

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Georgien-Mafia kam mit Öffis

Mit der Tram zum Tatort: Immer wieder verblüffte die Einfachheit der Methoden der kriminellen Organisation die Ermittler, die im Zuge der "Operation Java" hinter den Einbrechern her waren. So fanden die Kriminalisten heraus, dass die Täter in Wien häufig mit U-Bahn, Straßenbahn und Bus zu ihren "Arbeitsstätten" fuhren. Überland griffen sie meist auf Pkw zurück. BMW und C-Klasse-Mercedes waren recht beliebt, doch die Devise hieß: Nicht zu protzig, man will ja nicht auffallen. Letzteres galt jedoch nicht für die Bosse, für sie durfte es auch ein Porsche sein.

Zehn Delikte pro Tag
Die Einbrecher waren nicht nur an Wohnungen, Häusern und Geschäften interessiert, sondern durchaus auch an Gegenständen, die in Autos liegen gelassenen wurden. Pkw-Einbrecher pflegten laut Bundeskriminalamt in feinem Tuch unterwegs zu sein, nach dem Motto: Gut angezogene Personen werden weniger oft von der Polizei kontrolliert. Ladendiebstahl war ebenfalls einer der Geschäftszweige der Organisation. Einem Täter wurden nicht weniger zehn derartige Delikte pro Tag nachgewiesen.

Diebesgut am Mexikoplatz
Die Beute wurde nicht nur nach Georgien gebracht, sondern auch in Österreich über gut funktionierende Kanäle verkauft. Eine zentrale Rolle spielte nach den Erkenntnissen der Ermittler der Mexikoplatz in Wien-Leopoldstadt. Ein anderer Teil wurde auf dem Postweg und per DHL nach Georgien versandt oder Warencontainern beigegeben.

Eines der ungewöhnlichsten Details betrifft den Schmuggel von Drogensubstitutionsmitteln von Österreich nach Georgien. In gestohlene Fahrzeuge wurden laut den Ermittlern Container eingebaut. Diese füllten die Täter mit den Drogen und brachten sie außer Landes. Nicht zuletzt wegen der harten Vorgehensweise der georgischen Polizei sind in den vergangenen Jahren die Drogenpreise in dem Land exorbitant gestiegen, obwohl es an den Schmuggelrouten von Afghanistan in den Westen liegt. Bis zu 400 Dollar (292 Euro) zahlt man nach Recherchen in Tiflis für ein Gramm Heroin. Das Durchschnittseinkommen beträgt rund 35 Euro.

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