Video zum Thema Das Schicksal des Alen R. in der Hand von zwei Frauen
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"Der hat eine Show abgezogen"

Grazer zufrieden mit "Lebenslang" für Alen R.

Am Tag nach dem Urteil gegen den Grazer Amokfahrer Alen R. reagierten bei einer Blitzumfrage in der Herrengasse alle befragten Passanten mit Verständnis für das Urteil. Das Landesgericht blickte ebenfalls zufrieden auf den Prozess zurück. Zusammengerechnet waren mehr als 500 Zuhörer der Verhandlung live im Gericht gefolgt. Zwischenfälle gab es keine.

"Der hat eine Show abgezogen"

"Ich hoffe, dass er ins Gefängnis kommt. Ich fühle, dass der Hund gelogen hat", meinte eine ältere Dame, die Freitagvormittag in der Herrengasse spazierte. Ihre Begleiterin fügte hinzu: "Der hat eine Show abgezogen." Sie seien "auf alle Fälle" sehr zufrieden mit dem Urteil, wenngleich sie sich enttäuscht über die angekündigte Nichtigkeitsbeschwerde zeigten. Die Frauen waren überzeugt, dass Alen R. gewusst habe, was er tat, und empfanden den weißen Anzug, den er beim Prozess immer getragen hatte, als "scheußlich". Alen R. gehöre weggesperrt.

Ähnlich äußerten sich auch zwei jüngere Frauen, die auf jenem Weg flanierten, über den der Amokfahrer gerast war: "Obwohl unklar ist, ob er ganz zurechnungsfähig war, ist das Urteil okay." Für die beiden sei klar gewesen, dass die Geschworenen so entscheiden, denn auch alle in ihren Bekanntenkreisen hätten so entschieden.

"Mir hat er meine Herrengasse gestohlen"

Ein Mann mittleren Alters aus Wien sagte auf APA-Anfrage, dass auch für ihn als Außenstehender das Urteil in Ordnung gehe: "Das ist ein bisschen eine Befriedigung und absolut gerecht." Eine Mitarbeiterin einer Apotheke empfand des Urteil ebenfalls als richtig: "Das hat Menschenleben gekostet und ich bin der Meinung, dass er das bei vollem Bewusstsein gemacht hat." Eine der damaligen Ersthelferinnen, eine Mitarbeiterin eines Geschäfts in der Herrengasse, sagte, sie sei froh, dass ihn die Geschworenen für zurechnungsfähig befunden haben. "Ich hätte ihm aber auch die Irrenanstalt gegönnt, weil da hätte er mit niemanden reden können. Das wäre für ihn vielleicht noch schlimmer gewesen." Abschließen könne sie trotz des Prozess-Endes noch nicht damit: "Mir hat er meine Herrengasse gestohlen."

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) meinte am Freitag in einer Aussendung: "Die Wunden der Opfer und ihrer Angehörigen werden wohl nie ganz heilen, aber wir als Stadt können nun, da der Gerechtigkeit Genüge getan wurde und der Mörder sich seiner Verantwortung stellen muss, endlich beginnen, behutsam mit diesem tragischen Erlebnis abzuschließen."

Zufriedenheit am Landesgericht

Zufrieden blickte auch das Landesgericht auf das Verfahren zurück: "Es gab keine Zwischenfälle, das Publikum war sehr diszipliniert", sagte Sprecherin Barbara Schwarz am Freitag zur APA. Jeden Tag habe es "volles Haus" gegeben, denn an jedem Prozesstag waren alle 62 Zuschauerkarten vergriffen. An den letzten beiden Verhandlungstagen wurden sogar weitere 14 "Karten" ausgegeben und von den Zuhörern angenommen. "Es hat sich ausgezahlt, einen zweiten Saal für eine Übertragung bereitzustellen." Insgesamt seien rund 60 Medienleute akkreditiert gewesen, gut die Hälfte war auch immer anwesend, meinte Schwarz.

Seitens der Staatsanwaltschaft Graz hieß es am Freitag, dass noch nicht klar sei, ob Rechtsmittel gegen das Urteil in Anspruch genommen werden. Das werde noch unter Einbeziehung der Oberbehörden innerhalb der dreitägigen Frist abgeklärt.

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