Grußkarte älter als angenommen

Fall Hirtzberger

Grußkarte älter als angenommen

Im Zusammenhang mit dem Mordversuch an dem Spitzer Bürgermeister Hannes Hirtzberger ist die Erwartung der NÖ Kriminalisten, über die der vergifteten Praline beigelegten Grußkarte in den Ermittlungen weiterzukommen, am Montag gedämpft worden: Das Kaufdatum liege doch nicht - wie zunächst vermutet - zwei bis drei Wochen zurück, sondern länger, sagte Oberst Ernst Schuch (LK NÖ) nach Überprüfung der Inventarlisten des Geschäftes im Raum Krems.

Billett vermutlich bereits im Vorjahr erstanden worden
Das genaue Kaufdatum zu eruieren, wird laut Schuch vorerst nicht angestrebt, da sich auch die befragten Angestellten an keine verdächtige Person erinnern konnten. Auf dem Billett waren DNA-Spuren eines männlichen Verursachers festgestellt worden.

Zu dem aufsehenerregenden Kriminalfall haben die Ermittler, die das Motiv im beruflichen Umfeld des Rechtsanwaltes und Bürgermeisters vermuten, bisher insgesamt rund 120 Personen befragt. Durchforstet wurden auch gerichtsanhängige Fälle.

Zustand des Vergiftungs-Opfers unverändert ernst
Der Zustand Hirtzbergers, der am Samstag, dem 9. Februar, reanimiert werden musste und in künstlichen Tiefschlaf versetzt wurde, war am Montag unverändert ernst. Es bestünde Lebensgefahr, hieß es aus dem Krankenhaus Krems. Der 55-Jährige werde weiter intensiv-medizinisch betreut. Aufgrund der aktuellen Befunde gebe es vorerst keinen Zeitplan für eine Aufweckphase, auch konnten noch keine Angaben hinsichtlich möglicher Folgeschäden gemacht werden, so eine Sprecherin des Spitals.

Grußkarte derzeit wichtigster Anhaltspunkt
Hirtzberger, auch Vorsitzender des "Arbeitskreises Wachau", hatte am 8. Februar vor dem Gemeindeamt in Spitz an der Windschutzscheibe seines Wagens ein Kuvert vorgefunden, in dem sich eine Praline befand. Auf der vorgedruckten Karte stand "Wollte dir was Wichtiges sagen" und auf der Innenseite "Du bist für mich etwas ganz Besonderes".

Nach gemeinsamem Jogging und Frühstück mit seiner Frau aß Hirtzberger die Praline - das in seinem Haus gefundene Verpackungsmaterial wies laut Untersuchung Reste von Strychnin auf - und machte sich auf den Weg nach Krems. Während der Fahrt dürfte ihm schlecht geworden sein, weshalb er im Ortszentrum von Unterloiben vor dem Haus eines Freundes anhielt. Dort fiel er aus seinem Pkw. Ehe er bewusstlos wurde, konnte er noch zwei Fußgängerinnen mit den Worten, er sei vergiftet worden, um Hilfe bitten.

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