Hermann Nitsch: Krimi um Millionen

"Tatort Prinzendorf"

Hermann Nitsch: Krimi um Millionen

Wie das Burgtheater geriet auch der weltberühmte Aktionsmaler Hermann Nitsch in den letzten Wochen weniger durch seine künstlerischen Leistungen als durch einen Finanzkrimi in die Schlagzeilen.

18. März
Auf Schloss Prinzendorf im Weinviertel, wo Nitsch mit seiner Ehefrau Rita lebt, findet völlig überraschend eine Steuer-Razzia statt. Grund: Der Detektiv Dietmar Guggenbichler, den Nitsch – nachdem im Vorjahr bei ihm eingebrochen und der Safe ausgeraubt worden war – selbst engagiert hat, zeigte den Künstler bei der Finanz an. Nitsch habe eine ­wesentlich kleinere Summe (500.000 Euro) angegeben, als tatsächlich im Safe geparkt war (1,3 Millionen Euro plus Schmuck). Behauptung: Bunkern von Schwarzgeld. Im ­Interview mit ÖSTERREICH schwärzt der Schnüffler vor allem Rita Nitsch an (siehe unten).

20. März
Die Staatsanwaltschaft Korneuburg bestätigt, dass gegen die Nitschs nach dem Finanzstrafgesetz ermittelt wird. Es gilt die Unschuldsvermutung.

21. März
Die Polizei verrät ÖSTERREICH, dass sie die Einbrecher via DNA-Spuren identifiziert habe. Eine Spur führe nach Neapel – was Rita Nitsch im Gespräch mit ÖSTERREICH vehement dementiert. Fortsetzung folgt …
 

Aktionskünstler: "Nur nicht ins Gefängnis!"

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihnen nach dem Einbruch und den Zeitungsberichten?
Hermann Nitsch: Ich bin traurig und verbittert!

ÖSTERREICH: Wie geht es jetzt weiter?
Nitsch: Am Anfang meiner künstlerischen Laufbahn hat man mich ins Gefängnis gesteckt. Und jetzt, an meinem Lebensabend, droht man mir wieder mit Gefängnis. Ich werde kriminalisiert. So werden berühmte Künstler in Österreich behandelt!

ÖSTERREICH: Nehmen Sie sich einen Anwalt?
Nitsch: Wir müssen, sonst bekommen wir gar keine Akteneinsicht.
 

Detektiv: "Der Nitsch kriegt nichts mehr mit!"

ÖSTERREICH: Sie wurden von den Nitschs als Detektiv engagiert, weshalb fallen Sie ihnen in den Rücken?
Guggenbichler: Ich wurde von Frau Nitsch engagiert. Sie hat mich auf völlig unschuldige Menschen gehetzt. Ich sollte einen Einbruch aufklären, bei dem vieles nicht koscher ist …

ÖSTERREICH: Weshalb?
Guggenbichler: Der Schlüssel vom Safe lag zwei Meter vom Tresor entfernt. Warum wurde er dann mit einer Flex aufgeschnitten? Außerdem: Zu mir sagte sie, dass 1,3 Millionen plus Schmuck für 100.000 Euro im Safe lagen. Angegeben hat sie bei der Polizei nur 500.000. Sie erzählt Märchen.

ÖSTERREICH: Sie schwärzen besonders Rita Nitsch an …
Guggenbichler: Sie liefert Nitsch-Bilder, die seine Schüler malen und die er signiert, nach Italien. Sie hat dort unter ihrem Mädchennamen ein Konto eröffnet. So funktioniert das. Wenn Sie mich fragen, nimmt sie ihn aus wie eine Weihnachtsgans!

ÖSTERREICH: Sie zeigten auch Schwarzarbeit an ...
Guggenbichler: Ist die Behörde so blöd, dass niemand mitbekommt, was da abgeht? Der Nitsch kriegt ja von ihr nur noch ein Taschengeld, der kriegt nicht mehr viel mit.
Karl Wendl
 

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