Heute bislang heißester Tag des Jahres Heute bislang heißester Tag des Jahres

Fast 40 Grad

 

 

Heute bislang heißester Tag des Jahres

Heute knacken wir den Hitzerekord. Mit bis zu 38 Grad steht uns der heißeste Tag des Jahres bevor. Bei strahlendem Sonnenschein wird sich wieder ein Ort im Süden Österreichs die Hitze-Trophäe abholen. In den vergangenen Tagen kletterte das Thermometer in Ferlach und in St. Andrä im Lavanttal (beides in Kärnten) am höchsten. „Der Klagenfurter und Villacher Raum sind durch ihre Beckenlage prädestinierte Hitze-Hotspots“, so Liliane Hofer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Die absolute Hitze-Rekordmarke liegt bei 39,7 Grad, die im Jahr 1983 im Dellach im Drautal gemessen wurde. Diese Marke wird heute aber voraussichtlich nicht geknackt.

Rettung im Dauereinsatz, Gefahr von Waldbränden
Heute Freitag wird es aber noch einmal rekordverdächtig heiß. Und wir müssen noch einmal mit den Hitzefolgen zu Rande kommen.

  • Die Rettung fährt in diesen heißen Tagen um 20 Prozent mehr Einsätze. Vor allem ältere und kranke Menschen kollabieren bei den hohen Temperaturen.
  • Auch für Autos und öffentliche Verkehrsmittel sind die Temperaturen zu hoch. Der Arbö fährt um 50 Prozent mehr Einsätze, weil viele Autobatterien den Geist aufgeben. In Wien verursachte ein Stromausfall der U4 Chaos bei den Fahrgästen.
  • Auch in den Haushalten und Büros ist die Stromversorgung in Gefahr. Die Klimaanlagen laufen auf Hochtouren. Der Stromverbrauch steigt um zehn Prozent. Damit könnte es zu einem neuerlichen „Blackout“wie am vergangenen Mittwoch in Wien kommen.
  • Im Osten und Süden Österreichs ist die Waldbrand-Gefahr jetzt extrem hoch. Von Linz und Klagenfurt ostwärts hat es seit drei Wochen kaum mehr Niederschläge gegeben. Die Böden in den Wäldern sind dadurch extrem ausgetrocknet.

Heiße, trockene Luft aus Spanien, die keine Wolkenbildung zulässt, sowie geringe Druckunterschiede sind derzeit für die hohen Temperaturen in Österreich verantwortlich. "Die Höchstwerte sind ja gar nicht so extrem, die Rekordtemperaturen liegen drei Grad darüber. Aber was uns so nervt, ist, dass die Hitze so beständig ist", analysierte Meteorologe Gerhard Hohenwarter von der ZAMG.

Und diese Beständigkeit birgt auch Gefahren - vor allem für den Osten und Süden des Landes: "Die Waldbrandgefahr ist teilweise schon extrem hoch", so Hohenwarter. Vom Klagenfurter Becken über das gesamte Burgenland und Niederösterreich bis nach Oberösterreich seien schon lange keine Niederschläge mehr registriert worden. Im Raum Wiener Neustadt wartet man bereits seit drei Wochen vergeblich auf ein paar Tropfen. "Dass es im Mai und Juni so viel geregnet hat, bringt jetzt nichts mehr", sagt Hohenwarter.

Kaltfront im Anmarsch
Doch mit der sengenden Hitze dürfte es am Samstag vorerst vorbei sein, da zieht von Westen eine Kaltfront über Österreich. Diese wird nicht nur die langersehnte Abkühlung bringen, sondern mitunter auch heftige Gewitter. "Der Abend wäre dafür der denkbar ungünstigste Zeitpunkt, weil da eine richtige Kaltluftwalze über das Alpenvorland nach Osten fegt, wo sich die Luft tagsüber aufgeheizt hat", prognostizierte Hohenwarter.

Die ausgetrockneten Böden sind jedoch auf größere Wassermengen, die in kurzer Zeit aus den Himmelsschleusen schießen, nicht vorbereitet. Das Wasser kann dann nicht in den Boden eindringen, fließt ab und könnte Überflutungen zur Folge haben. Hohenwarter: "Ideal wäre ein klassischer, dauerhafter Landregen." Doch damit sei leider nicht zu rechnen.

Permanente Hitze setzt allerdings nicht nur Mensch und Natur zu. Auch die so wichtigen Klimaanlagen können unter dieser Dauerbelastung den Geist aufgeben. In Deutschland etwa ist seit vorigem Samstag in etwa 40 ICE- und IC-Zügen die Kühlung ausgefallen, immer wieder mussten Passagiere aus den "Backöfen" regelrecht gerettet werden. "Bei extrem hohen Temperaturen gelangen technische Anlagen an ihre Grenzen", sagte ÖBB-Sprecher Herbert Ofner. "Wir haben aber im Mai und Juni alle Klimaanlagen gewartet." Im Vergleich zum ICE hätten "normale" Züge den Vorteil, dass jeder Waggon ein unabhängiges Kühlsystem habe.

Auch auf Österreichs Straßen fordert die Hitzewelle derzeit ihre Opfer: Batterien, die den Hitzetod sterben, überhitzte Motoren, Reifenpannen, Falschtanker und eingesperrte Autoschlüssel halten derzeit die Techniker der Pannendienste auf Trab. So verzeichnete etwa der ARBÖ bis zu 50 Prozent mehr Einsätze. Hitze scheint die Autofahrer unkonzentrierter und schusseliger zu machen. Manche greifen dann gerne einmal zum falschen Zapfhahn und tanken Diesel anstatt Benzin, andere wiederum sperren sich aus.

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