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Hier zieht Esti zu 91 Männern

Eislady wird verlegt

Hier zieht Esti zu 91 Männern

Von Schwarzau am Steinfeld nach Asten bei Linz sind es nur ein paar Kilometer – für Österreichs bekannteste Strafgefangene könnte die Verlegung aus der Justizanstalt in Niederösterreich in das Forensische Zentrum in Oberösterreich Mitte der Woche aber der Anfang eines weiten Weges in ein neues Leben werden.

Wie berichtet, wird die Doppelmörderin Estibaliz C. (38), die ihren Ex-Mann und einen Lebensgefährten erschoss, zerstückelte und einbetonierte, am Mittwoch nach Asten verschubt.

Hohe Hürden für Aufnahme in Asten

Das ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Als erste Frau wird sie zu 91 Männern übersiedeln. 13 weitere Insassinnen folgen. Das Forensische Zentrum, bei der Eröffnung 2010 die modernste Anstalt Europas, war bislang nur auf Männer ausgerichtet.

Zurechnungsfähig

Im Gegensatz zu diesen wurde die Eislady bei ihrer lebenslangen Verurteilung zwar für geistig abnorm erklärt, aber für zurechnungsfähig. Die anderen Häftlinge waren hingegen zum Zeitpunkt ihrer Verbrechen alle unzurechnungsfähig.

Die Aufnahme ins forensische Zentrum ist an strenge Auflagen geknüpft. Wörtlich: „Es muss ein fortgeschrittener Abbau der einweisungsrelevanten Gefährlichkeit vorliegen.“ In Asten ist das Ziel eindeutig die Resozialisierung und spätere Entlassung der Insassen. Ein Hoffnungsschimmer für die Eislady.

WG-Leben

Die Anstalt ist nach innen offen, die Gefangenen können sich in ihrem Trakt frei bewegen. Die Türen stehen auf, es gibt Ein- und Zweibettzimmer, es wird gemeinsam gekocht: Hinzu kommt ein Aufenthaltsraum mit TV. Esti wird rund um die Uhr betreut werden. Unvorstellbar: Für die bisherigen 91 Gefangenen standen 45 Pfleger, 18 Therapeuten, vier Ärzte und acht Justizwachebeamte zur Verfügung.

Gutachterin: Prognose für "Esti" deutlich besser

Adelheid „Heidi“ Kastner ist eine der renommiertesten psychiatrischen Gerichtsgutachter des Landes. Sie erstellte 2012 die Expertise, die zum Urteil lebenslang und Einweisung für Estibaliz C. führte. Kastner gab damals eine niederschmetternde Sozialprognose für die Angeklagte ab.

Die Eislady sei nicht nur äußerst gefährlich. Ihre Therapiefähigkeit sei anzuzweifeln. Die Rückfallwahrscheinlichkeit bezifferte die Gutachterin mit 30 Prozent. Und sie erklärte die Doppelmörderin für zurechnungsfähig. Heidi Kastner hat Estibaliz C. danach mehrfach begutachtet. Sie muss deutliche Fortschritte in der Entwicklung der berühmten Strafgefangenen ausgemacht haben. Inzwischen scheint die Therapiefähigkeit bei Esti gegeben und die Gefährlichkeit der 38-Jährigen deutlich gesunken zu sein. Anders wäre die Verlegung kaum möglich.

Die Männer-Morde von Estebaliz C.

Die in Mexiko geborene Spanierin Estibaliz C. tötete zum ersten Mal am 27. April 2008. Mit vier Schüssen ermordete sie ihren Ex-Mann Holger H., als dieser schlief. Im November 2010 brachte sie ihren Geliebten Manfred H. um. Die Leichen betonierte sie im Keller ihres Eissalons Schleckeria ein. Als die Opfer entdeckt wurden, flüchtete Esti nach Italien.

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