Immer weniger gefälschte Reisepässe

In Österreich

Immer weniger gefälschte Reisepässe

Die Zahl der in Österreich sichergestellten gefälschten Reisedokumente ist zurückgegangen. Experten zufolge sind die Pässe fälschungssicherer und die Schulungen der damit befassten Grenzbeamten verbessert worden. Eine weitere Erklärung hat Daniela Höllersberger, Kriminaltechnikerin im Referat für Urkunden- und Handschriftenerkennung des Bundeskriminalamtes (BK) parat: Sie geht davon aus, dass Fälschungen nicht weniger, dafür "aber besser geworden sind".

Perfekte Fälschungen
Im Bereich der Reisedokumente seien die Fälschungen oft so perfekt, dass sie am Dokument kaum zu erkennen sind. Ohne einem Original aus dem Ausstellungsland sind Fehler schwer festzustellen, sagte die Expertin.

So wird etwa aus einem "C" in der Seriennummer des Dokumentes durch Hinzufügen eines kleinen Striches ein "G" und schon ist der Pass in der Datenbank der als gestohlen registrierten Reisedokumente nicht mehr auffindbar - zumindest nicht auf den ersten Blick. Dem geschulten Auge eines Grenzbeamten fallen schlecht geklebte Folien, farbliche Abweichungen bei den Schriften oder Ergänzungen an Buchstaben und Ziffern auf. Die Kriminaltechniker liefern nach der Analyse mit dem Mikroskop den Beweis.

Nachdem es für Kriminelle schwieriger geworden ist, Reisepässe zu fälschen, sind sie "dazu übergegangen, echte zu verwenden", sagte die Kriminaltechnikerin. Sie würden die Dokumente nicht einmal mehr verfälschen, sondern sie auf Personen zumünzen, die dem Foto ähnlich sehen. Um diesen neuen Trend entgegenzuwirken, entwickelt die Polizei derzeit Schulungsprogramme zur Gesichtserkennung. Den rechtmäßigen Besitzer eines Reisepasses allein anhand des Fotos zu erkennen, ist kein einfaches Unterfangen. Kontrollorgane würden speziell auf die Ohren achten, den Abstand zwischen Nase und Mund, aber auch das Dreieck Augen-Nase liefert Anhaltspunkte, ob das abgebildete Gesicht tatsächlich dem Passinhaber zuzuordnen ist.

Falsche Dokumente
Eine andere Methode der Kriminellen sei, "von Grund auf eine falsche Identität aufzubauen mit gefälschter Geburtsurkunde und falschem Staatsbürgerschaftsnachweis" und so einen Ausweis auf offiziellem Weg zu erhalten. Diese Basisdokumente waren laut der Expertin bis vor einem halbem Jahr nicht fälschungssicher. In Österreich werden Geburtsurkunden und Staatsbürgerschaftsnachweise nun zumindest auf dokumentenechtem Papier (Banknotenpapier mit entsprechenden Sicherheitsmerkmalen) gedruckt.

Diese beiden Praktiken - der Gebrauch fremder Ausweise und die missbräuchliche Erlangung - seien Daniela Höllersberger zufolge gestiegen. Weniger geworden sind die dem Bundeskriminalamt vom Flughafen Wien übermittelten gefälschten Reisedokumente. Während im Jahr 2005 627 Stück auf dem Untersuchungstisch der Kriminaltechniker landeten, waren es 2009 lediglich 340.

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