In Kärnten wüten die Stalkerinnen

11.000 Anrufe

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In Kärnten wüten die Stalkerinnen

Stalking-Prozesse stehen an der Tagesordnung. Jede Woche werden laut "Kleine Zeitung" am Landesgericht Klagenfurt Menschen verurteilt, die andere "beharrlich verfolgen", wie es der Gesetzgeber nennt.

Mutter terrorisierte Sohn
Die Täter sind meist männlich. Bei den Opfern handelt es sich zu 40 Prozent um die Ex-Frauen oder Ex-Freundinnen der Beschuldigten. Doch das ist neu: Diesmal ist eine Mutter (73) angeklagt, die ihren erwachsenen Sohn terrorisiert hat. Zweieinhalb Jahre lang soll sie den Mann mit Telefonanrufen bombardiert haben. So lange, bis sich der Sohn offenbar gezwungen sah, seine eigene Mutter anzuzeigen. An einem einzigen Tag habe sie 49 Mal angerufen.

Nur reden
"Ich wollte ja nur mit ihm reden", schluchzt die Frau. "Ich kann weder mit meinem Sohn noch mit meiner Tochter reden. Mein Enkelkind habe ich noch nie gesehen, obwohl es schon 15 Jahre alt ist."

11.000 Anrufe
Wegen gefährlicher Drohung und beharrlicher Verfolgung (Stalking) hat sich am Donnerstag eine 37-jährige Oberkärntnerin am Landesgericht Klagenfurt verantworten müssen. Die Frau soll laut Anklage innerhalb eines halben Jahres 11.000 Telefonanrufe von einem nicht registrierten Wertkartenhandy aus getätigt haben. Der Prozess wurde vertagt, ein psychiatrisches Gutachten soll klären, ob die Angeklagte überhaupt schuldfähig ist.

Prozess vertagt
Die Telefonnummern ihrer Opfer soll die Frau aus Anzeigen in Zeitungen bezogen haben. Die Angeklagte soll die Stalking-Opfer - darunter auch Kinder - bedroht, beschimpft und sexuell belästigt haben. Im Gerichtssaal bestritt die 37-Jährige die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft vehement. Sie habe nicht angerufen, sondern sei vielmehr angerufen worden, da sie sich bei einem Partnervermittlungs-Institut angemeldet habe.

Bereits nach einer halben Stunde vertagte Richter Gerhard Pöllinger den Prozess. Im Falle eines Schuldspruches drohen der Frau bis zu einem Jahr Haft.

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