Iran-Killer schrieb
Drohbriefe aus Haft Iran-Killer schrieb
Drohbriefe aus Haft

Blubad in Wien

© Nesa Stevanovic

 

Iran-Killer schrieb Drohbriefe aus Haft

Wie ÖSTERREICH berichtete, ging es bei dem Blutbad im Konferenzzimmer der iranischen Holding Cerag um die Begleichung einer alten Rechnung: Der Mafiosi Samad A. (70) war bis Jänner 2010 in Stein im Gefängnis gesessen, weil er 2005 sein Haus in Gablitz in die Luft gejagt hat – um die Versicherung von bis zu einer Million Euro zu kassieren. Weil die Komplizen (die ihm z. B. halfen, das wertvolle Inventar vor der Explosion zur Seite zu schaffen), ihn schwer belasteten, fasste der damals 65-Jährige Haft aus. Schon in den letzten Monaten im Gefängnis kündigte der Iraner seinen Freunden – die ihn bei der Polizei verpfiffen hatten – in Drohbriefen aus seiner Zelle an: „Über diese Sache müssen wir noch reden …“

Coup flog auf.
Und so lud Samad A., endlich in Freiheit, die einstigen Kumpanen zum Meeting in die Geschäftsräume von Jamal P. (57) – der damals die Sprengung organisieren sollte, damit aber überfordert war. Daraufhin übernahm Asghar A. (66) das Sprengkommando. Das Haus flog in die Luft, der Coup aber auf. Und Samad wanderte hinter Gitter.

Als Vierter bei dem Treffen war der Ex-Uni-Professor Baghaollah Wussogh geladen. Er sollte zwischen den Streithähnen vermitteln – hatte mit dem Mafiosi Samad und dessen großen Bruder Akbar selbst schon einmal große Probleme wegen eines Honorars für ein Buch gehabt.

Pistole.
Das Gespräch zwischen den einstigen Mitstreitern eskalierte sofort: Wie berichtet, drückte Samad A. im Konferenzraum im zweiten Stock mindestens acht Mal mit einer nicht registrierten Zastava M-57 ab.

Dabei starben der Professor, Jamal P. bekam drei Kugeln in den Bauch, Ashgar A. erlitt einen Schulterdurchschuss.

Erste Aussage.
Bisher stehen die Polizisten mit ihren Ermittlungen vor einer Mauer des Schweigens – weil beide Opfer und der Täter im Spital liegen. Und alle drei nicht vernehmungsfähig sind. Nur der leicht verletzte Ashgar ließ sich zu zwei Sätzen hinreißen: „Ich weiß nicht, was passiert ist. Der Samad hat uns alle zu einem Gespräch eingeladen.“

Der mutmaßliche Opa-Killer liegt – angeblich mit Herzinfarkt – im Wilhelminenspital. Er sagt: „Ich war’s. Aber die Waffe war nicht meine.“ Will der Mafioso damit andeuten, dass ein anderer die Pistole zum Meeting mitgebracht hatte und er sie ihm aus Selbstschutz entriss? Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

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