Jugendliche so gewalttätig wie nie

106 Anzeigen täglich

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Jugendliche so gewalttätig wie nie

Brutalo-Attacken ohne Ende: In der vergangenen Woche schlugen drei Jugendliche in Krems einen 17-Jährigen krankenhausreif, erst am Samstag trat der 17-jährige Manuel R. in Wien einen Pensionisten die Stiegen herunter – der 63-Jährige starb noch an Ort und Stelle. Jetzt ist klar: Es handelt sich hierbei keineswegs um tragische Einzelfälle, ganz im Gegenteil. Aktuelle Zahlen beweisen jetzt: Österreichs Jugend wird immer gewalttätiger .

Erschreckend: Mehr Kinder unter 10 Jahren straffällig
Allein zwischen Jänner und August wurden 25.838 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren straffällig, jeden Tag werden 106 Jugendliche von der Polizei angezeigt! Besonders dramatisch: Zwar werden besonders Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren mit 83 Prozent am häufigsten bei kriminellen Handlungen geschnappt. Aber: Auch Kinder unter zehn Jahren (!) werden immer auffälliger. In den ersten acht Monaten wurden bereits 475 Kinder angezeigt, 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Aktuelle Zahlen beweisen: Besonders Diebstahl (3.500 gezählte Delikte), Sachbeschädigung (3.200 Delikte) und Körperverletzung (3.135) sind die häufigsten Delikte, wegen denen Jugendliche derzeit auffällig werden. Und: Gewaltige Unterschiede gibt es auch zwischen den einzelnen Bundesländern: Eindeutiger Spitzenreiter bei der Kinder- und Jugendkriminalität ist Wien mit 4.350 gezählten Fällen bei den 14- bis 18-Jährigen, gefolgt von Oberösterreich (3.839) und der Steiermark (2.927). Im gleichen Zeitraum gab es aber im Burgenland nur 426 Anzeigen.

Experte: „Höhere Strafen lösen nicht das Problem“
Für Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier steht fest: „Viele Jugendliche leben ihre Perspektivlosigkeit in Aggressionen aus. Dem einen Riegel vorzuschieben, ist kaum möglich.“ Auch höhere Strafen dürften das Problem nach Meinung des Experten nicht endgültig lösen: „Jugendliche wissen doch gar nicht, welche Konsequenzen sie überhaupt bei welchen Delikten erwarten.“

Währenddessen beschwichtigt das Bundeskriminalamt: „Von Einzelschicksalen soll man sich nicht dazu verleiten lassen, gleich von einer allgemeinen Explosion der Jugendkriminalität zu sprechen“, meint BKA-Sprecher Alexander Marakovits. Gezielte Maßnahmen der Polizei hätten stattdessen bereits Wirkung gezeigt.

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