Die Polizei nahm am Montag nach einer Hausdurchsuchung drei Jugendliche fest.

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Festnahmen

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Erste heiße Spur im Fall Julia Kührer

Im Zusammenhang mit dem Vermisstenfall Julia Kührer hat es am Montag eine groß angelegte Polizeiaktion im nördlichen Niederösterreich und drei Festnahmen gegeben. Gegen die Verdächtigen werde in Richtung Freiheitsentziehung ermittelt, teilte der Korneuburger Staatsanwalt Friedrich Köhl auf Anfrage mit. Die Aktion habe an drei Orten stattgefunden.

Seit 2006 abgängig
Die Verdächtigen wurden laut Köhl am Montag von der Polizei einvernommen. Innerhalb von 48 Stunden müsse entschieden werden, ob sie in Untersuchungshaft genommen werden. Die Schülerin aus Pulkau (Bezirk Hollabrunn) ist seit dem 27. Juni 2006 abgängig. Sie war bei ihrem Verschwinden 16 Jahre alt. Seit März geht das Bundeskriminalamt dem Fall im Rahmen eines Cold Case Managements wieder intensiv nach.

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Die Ermittlungen hatten sich zuletzt auf drei Jugendliche konzentriert, mit denen das Mädchen unmittelbar vor seinem Verschwinden gesehen worden war. Es dürfte sich dabei um die nun festgenommenen Verdächtigen handeln. Sie sollen mehr wissen, als sie bisher gegenüber der Polizei zugegeben haben, hieß es in gut informierten Kreisen. Die letzte Festnahme erfolgte demnach am Montag um 8.00 Uhr.

Schäferhund erschossen
Rund 50 Cobra-Beamte nahmen eine Hausdurchsuchung auf einem abgelegenen Bauernhof vor. Die Polizei bestätigte das nicht, es habe mehrere Aktionen an verschiedenen Örtlichkeiten gegeben. Staatsanwalt Köhl sprach von drei, die jedoch nicht näher bezeichnet wurden. Die Rede war Örtlichkeiten in der Region Horn und Gars am Kamp. Im Zuge einer Festnahme wurde von den Beamten ein Schäferhund erschossen, der auf die Polizisten losgegangen sein soll.

Bei den drei Jugendlichen soll es sich um Dealer handeln, berichtete "News" unter Berufung auf die Kripo. Sie hätten Julia und einige ihrer Bekannten immer wieder mit Haschisch beliefert. Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, Informationen zum Verschwinden der Vermissten bisher bewusst zurückgehalten zu haben.

"Julia lebt"
Verbindungen zum jugendlichen Umfeld seien in Zusammenhang mit dem Fall nie in Zweifel gestanden, sagte Sozialforscher Rainer König-Hollerwöger, der seit dem Verschwinden Julias in die Ermittlungen eingebunden war und aktiv in Pulkau und dem persönlichen Umfeld der Vermissten nachforschte. Die Frage sei für ihn, wie entscheidend die drei Festgenommenen für die Aufklärung des Falles seien.

"Ich bin ein Kenner ihres Tagesbuches", sagte der Sozialforscher. "Ich neige eher zu der Annahme, dass Julia lebt und habe verschiedene Gründe dafür." Sie sei vom Charakter her "ein Mädl, dass doch starken Willen in sich trägt, den man nicht unterschätzen sollte". König-Hollerwöger beschrieb sie als einen "sehr tiefen Menschen" mit teilweise philosophischen Ansichten. Sie "ist ein Mensch, der eine bestimmte Bahn im Auge hat", meinte er. Sie habe sich sehr wohl vorstellen können, woanders zu leben, meinte er. Das sei aus Gesprächen mit der besten Freundin und ihren Notizen aus dem Tagebuch hervorgegangen. Ein Verbrechen sei derzeit aber nicht auszuschließen, sagte König-Hollerwöger.

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