Kärntner nagelte sich selbst an Holzkreuz

Protestaktion

 

Kärntner nagelte sich selbst an Holzkreuz

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"Das war der seltsamste Einsatz, den ich je erlebt habe", wunderte sich ein Feuerwehrmann, der Manfred Gutsche am Sonntag mit einer Eisensäge vom Kreuz losschnitt. Drei Stunden zuvor war der Nebenerwerbsbauer mit einem Hammer zur Brandlalm bei Lavamünd aufgestiegen und hatte seine linke Hand mit wuchtigen Schlägen ans Holz genagelt.

Der Hintergrund der seltsamen Aktion ist ein laut Gutsche seit Jahren schwelender Streit um das Weiderecht für "seine" Alm, die im Besitz des Benediktinerstiftes St. Paul ist. Als der 43-Jährige aus der Gemeinde Ettendorf im Frühjahr beim Almauftrieb ein neu aufgestelltes Kreuz sah, erwachte in ihm der Rebell: "Die Stiftsherren tun seit Jahren, was sie wollen, ohne mich zu informieren!"

Schmerzen
Monatelang keimte in Manfred Gutsche der Plan, Sonntag setzte er ihn in die Tat um. Ganze 15 Zentimeter war der Eisennagel lang, den er aus Protest durch seine Hand trieb. Als nach zwei Stunden die Schmerzen nicht mehr auszuhalten waren und unkontrollierte Zuckungen einsetzten, rief er mit dem Handy Verwandte zu Hilfe, diese verständigten Feuerwehr und Rettung. Der Almrebell wurde aus seiner qualvollen Lage befreit - dabei musste die Säge mit Wasser gekühlt werden, da sie bei dem Nagel-Schnitt heiß lief. Manfred Gutsche liegt nun im Krankenhaus.

> Der seltsame Alm-Rebell im Interview

Gericht
Seitens des Stiftes St. Paul versteht man den Nebenerwerbsbauern nicht. Forstmeister Bernhart Binder: "Seine Vorfahren hatten seit 160 Jahren dort das Weiderecht und auch für ihn bleibt es unbestritten. In welcher Form sich der Halter von vier Kühen in seinen Rechten eingeschränkt fühlt, ist uns unbekannt." Nun befasst sich der Verwaltungsgerichtshof mit den Beschwerde-Eingaben des Alm-Aktionisten.

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