Kaltenbrunner steigt wieder auf Achttausender Kaltenbrunner steigt wieder auf Achttausender

Nächsten März

 

© APA-FOTO : RALF DUJMOVITS

Kaltenbrunner steigt wieder auf Achttausender

Sie hat elf der 14 höchsten Berge der Welt bestiegen, gilt als eine der besten Extrembergsteigerin und entging auf dem Dhaulagiri in Nepal nur knapp dem Tod. Gerlinde Kaltenbrunner bereitet sich gerade intensiv auf ihren nächsten Achttausender vor. Im März will sie den 8.516 Meter hohen Himalaya-Riesens Lhotse besteigen. "Der dritte Anlauf", bemerkt sie lächelnd.

Bronchitis führte zum Abbruch
Im Mai hat eine Bronchitis bei Kaltenbrunners Ehemann Ralf Dujmovits zum Abbruch der Besteigung des Lhotse geführt. Die oberösterreichische Alpinistin und der deutsche Bergsteiger David Göttler sind zwar zunächst zu zweit weitergeklettert, sie haben sich allerdings auf rund 8.150 Metern zur endgültigen Umkehr entschieden.

Neue Herausforderung
Jetzt fokussiert sich alles auf die neue Herausforderung am Lhotse, so die Extrembergsteigerin, die in einer Woche ihren 38. Geburtstag feiert. Lange Ausdauerläufe, Mountainbike-Touren, Langlaufausflüge sowie Felsklettern sollen die Wahl-Schwarzwälderin, die eigentlich aus Spital am Phyrn kommt, und ihren Mann in Bestform bringen. Sogar ihren Weihnachtsurlaub nutzt sie fürs Klettern: In Thailand wird sie die Felswände bei Krabi erkunden.

Dass die beiden wieder zum Lhotse zurückkehren, ist kein Wunder, schließlich ist der Lhotse der einzige Achttausender, dessen Gipfel Dujmovits noch nicht bestiegen hat. Und auch Kaltenbrunner fehlt dieser Berg noch neben dem Mount Everest und dem K2.

"Jeder muss auf seinen Körper hören"
Das mit dem Umkehren, wenn es für die Gesundheit zu gefährlich wird, ist so eine Sache, meinte Kaltenbrunner. "Viele Bergsteiger sehen nur noch den Gipfel und vergessen alles rundherum. Das sind schon viele nicht mehr heruntergekommen", weiß die Alpinistin bei der Präsentation der Sportbrillen von adidas eyewear. Da sei man ganz auf sich alleine gestellt. "Es muss jeder auf seinen Körper hören. Wenn ich Kopfschmerzen bekomme, vertrage ich die Höhe wahrscheinlich nicht, wenn mir in den Zehen kalt ist, könnten sie abfrieren", meinte Kaltenbrunner. "Denn das, was es ausmacht, ist, dass man wieder gut runter kommt."

Ausrüstung wichtig
Deswegen ist für die Oberösterreicherin die Ausrüstung wichtigster Bestandteil. Neben guter Kleidung und Schuhen gibt es noch einen anderen Lebensretter beim Höhenbergsteigen: "Ein Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS) entscheidet über Leben und Tod", meinte Kaltenbrunner. "Doch mit dem LVS muss man gut umgehen können. Das muss geübt werden. Vor der ersten Verwendung einfach ins Gelände gehen, das LVS von einem Freund vergraben lassen und schauen, ob man es findet."

LIcht und Wind werden unterschätzt
Ebenso werde Licht und Wind in den Bergen unterschätzt: Beim Höhenbergsteigen, aber auch bei Skitouren und Gletscher-Wanderungen kommt es besonders für die Augen zu einer UV-Belastung, die um ein Vielfaches intensiver ausfällt als in Tallagen: Pro 300 Höhenmeter nimmt die UV-Belastung um etwa vier Prozent zu, die schneereiche Umgebung im Hochgebirge reflektiert die UV-Strahlung bis zu 93 Prozent.

Brenzlige Situationen
Zu den brenzligen Situationen, die Kaltenbrunner in ihrer Bergsteigerlaufbahn erleben musste, gehörten Stürme, die sie und ihre Bergkameraden in großer Höhe überraschten. "Man erkennt kaum mehr etwas, alles ist nur noch weiß", erinnert sich Alpinistin. "Aufrechtstehen wird bei Windböen von 100 Stundenkilometern unmöglich. Ich habe das beim Abstieg vom Kangchendzönga (8.586 Meter, dritthöchster Berg der Welt, Anm.) erlebt und musste mich regelrecht zum Lager hinabtasten."

Unvorhersehende Naturereignisse musste Kaltenbrunner etwa auch auf dem 8.167 Meter hohen Dhaulagiri in Nepal, als sie von einem Schneebrett erfasst wurde. Zwei Bergsteiger starben bei dem Unglück, Kaltenbrunner überlebte. Ob der Klimawandel für diese Naturkräfte verantwortlich ist? Die Extremsportlerin hat in den vergangenen Jahren die Zunahme von Steinschlägen beobachtet. "Natürlich kann man präventiv Wege mit Felswänden meiden, um Steinschlägen auszuweichen. Aber etwa am Dhaulagiri (im Himalaya, Anm.) muss man zwingend durch eine Felswand durch. Da sind wir die Route in der Nacht gegangen, weil am Tag die Gefahr durch die Sonneneinstrahlung größer ist."

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