Killerhund Dino: Opfer klagen an

Behörden-Skandal

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Killerhund Dino: Opfer klagen an

Diese Bilder wird er nie vergessen. Opa August Reschreiter (65) sitzt mit seiner Familie in Gloggnitz (NÖ) am Küchentisch. „Ich wünsche mir nur, dass ich Sebastian wieder gesund im Arm halten kann“, sagt er ÖSTERREICH.

Sein Enkel Sebastian, zwei Jahre alt, blond, blaue Augen, spitzbübisches Lächeln, saß Donnerstag auf der Schaukel des Spielplatzes in Pottschach (NÖ). Rottweiler „Dino“ (nicht angemeldet, nur Leine, kein Beißkorb) fiel ihn an, verbiss sich in den Buben. Jetzt liegt der Kleine auf der Intensivstation im Wiener Spital SMZ Ost – er hat nur knapp überlebt.

Opa erzählt.
„Es war ein blitzartiger Angriff, von einem auf den anderen Moment“, sagt sein Opa. „Ich war noch nie in so einer Situation. Ich habe nicht geglaubt, was ein solches Tier anstellen kann.“ Rottweiler „Dino“, fünf Jahre alt und 50 Kilogramm schwer, riss sich von der Leine seines Herrchens Johann K. (74), hetzte zielgerichtet auf Sebastian zu. Und biss zu. Immer wieder. Der Kleine blutete, schrie wie am Spieß. Der Opa kämpfte wie ein Löwe um sein Enkerl. „Ein Nachbar eilte zur Hilfe. Wir waren drei Männer, die mit dem Hund rauften. Wir haben den Rottweiler getreten, bis er aufhörte. Als ich sah, wie er wieder nach Sebastian schnappen wollte, hab ich den Buben gerade noch in die Höhe ziehen können. Niemand hätte den Rottweiler bändigen können“, sagt Reschreiter.

„Kampfhunde-Verbot“.
Für den ehemaligen Amtsleiter von Gloggnitz ist jetzt klar: „Ich fordere in Österreich ein generelles Kampfhunde-Verbot. Diese Tiere gehören auf öffentlichen Plätzen verboten. Dort, wo Kinder spielen, dürfen diese Kampfhunde nicht sein.“

Sebastian ist laut Ärzten außer Lebensgefahr, wird im besten Fall keine bleibenden Schäden davontragen. Für Opa Reschreiter ist die Geschichte damit nicht abgehakt. „Ich werde der Politik, allen voran Landeshauptmann Erwin Pröll, meine Meinung schreiben. Der Gesetzgeber muss diesem Missstand endlich Abhilfe schaffen.“

Erster Vorfall 2007.
Was die Familie unendlich wütend macht: Hundehalter Johann K., (74) den alle in der Nachbarschaft kennen, hat gleich doppelt gegen das Gesetz verstoßen. „Dino“ hatte keinen Maulkorb (im neuen Hundehalte-Gesetz vorgeschrieben). Und: Johann K. hätte mit dem (verhaltensgestörten) Rottweiler auch gar nicht auf dem Spielplatz in Pottschach spazieren gehen dürfen – Hundeverbot!

Der Skandal aber: „Dino“ hat schon einmal ein Kind niedergebissen.

Schauplatz Putzmannsdorf (NÖ), April 2007: Nicole D. sitzt auf einem Plastikdreirad, wird von ihrer Mutter Irmgard geschoben. Bis „Dino“ kam. Der Rottweiler verbeißt sich in das Bein der 22-monatigen Nicole. „Als ich damals auf die Behörde gekommen bin, hat man mir zu verstehen gegeben: Der erste Biss ist frei“, sagt Mutter Irmgard ÖSTERREICH.

Heute erinnert nur noch eine Narbe an das Unglück. Irmgard D.: „Ich bin geschockt, dass so etwas wieder passiert ist. Der Hund hätte damals eingeschläfert gehört.“ Doch das passierte nicht, Johann K. behielt „Dino“. Bis er Donnerstag wieder zubiss.

Autor: Jochen Prüller
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