Kopf der Opernball-Bande ist gefasst

Festnahme in D

© APA

Kopf der Opernball-Bande ist gefasst

Fast ein Jahr, nachdem die Wiener Polizei die Zerschlagung einer hoch professionellen Einbrecherbande bekanntgegeben hatte, wurde auch deren mutmaßlicher Boss gefasst: Nebosa M. wurde im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen verhaftet.

Der Serbe wurde nach Angaben von Oberstleutnant Georg Rabensteiner, Leiter der Kriminalaußenstelle West, am 21. Dezember in einem Callshop bei Recklinghausen gefasst. Er hatte sich nach Erkenntnissen der Wiener Polizei nach Serbien abgesetzt, ehe er ins Ruhrgebiet übersiedelte.

Beutezüge auch in Deutschland
Auch dort soll er Diebstähle begangen haben, zumindest wurden in seinem Pensionszimmer mutmaßliche Beutestücke sichergestellt. Darüber hinaus wurden laut Rabensteiner seit Anfang Dezember vier weitere mutmaßliche Bandenmitglieder gefasst - in Ungarn, der Schweiz und Simmering.

Die Einbrecherbande hat laut Polizei in Wien und mehreren Bundesländern einen Schaden von 2,6 Millionen Euro angerichtet . Opfer waren unter anderem Wirtschaftsbosse und Schauspieler. Die Wiener Ermittler stellten zwar kaum Diebsgut sicher, dafür aber Notizen, die darauf schließen ließen, dass die Täter noch große Pläne hatten.

Zettel mit potentiellen Opfern
Auf 400 Zetteln waren potenziellen Einbruchsziele inklusive Namen und Adressen der Haus- oder Wohnungsbesitzer, Zahl der Türschlösser und Fluchtwege festgehalten. Dazu fanden sich Angaben zu An- und Abwesenheiten der Opfer samt Auftrittsterminen von Künstlern, in einem Fall sogar der Hinweis "mit Sicherheit auf dem Opernball". Dies trug der Organisation in den Medien die Bezeichnung "Opernball-Bande" ein.

Nebosa M. war auch der Lebensgefährte des einzigen weiblichen Bandenmitglieds. Aufgabe der Frau war es, als Spaziergängerin mit Hund getarnt per Funk allfällige Beobachtungen von der Straße zu melden, während die Einbrecher tätig waren. Sie wurde im Juni 2009 zu sieben Jahren Haft verurteilt, ein 49-Jähriger fasste damals fünf Jahre aus. Weitere Bandenmitglieder wurden ebenfalls zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.

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