Mega-Kunstschatz: Es sind 1406 Werke

Ermittler packen aus

Mega-Kunstschatz: Es sind 1406 Werke

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Bei dem spektakulären Kunstfund in München in der Wohnung des Österreichers Cornelius Gurlitt sind auch bisher völlig unbekannte Meisterwerke entdeckt worden. Die Sammlung sei von außerordentlicher ästhetischer Qualität und großem wissenschaftlichem Wert, sagte die Berliner Kunsthistorikerin Meike Hoffmann bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Augsburg. Mehrere Bilder berühmter Avantgarde-Künstler wie Otto Dix oder Marc Chagall waren nach ihren Worten bisher gänzlich unbekannt und nicht in Werkverzeichnissen erfasst.
 

Diashow Nazi-Kunstschatz entdeckt

Nazi-Kunstschatz entdeckt

Bernhard Kretschmar: "Straßenbahn", undatiertes Aquarell

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Wilhelm Lachnit: "Mann und Frau am Fenster", Aquarell, 1923

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Erich Fraaß: "Mutter und Kind", Aquarell, 1922

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Wilhelm Lachnit: "Mädchen am Tisch", Aquarell, 1923

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Otto Griebel: "Die Verschleierte", Aquarell, 1926

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Fritz Maskos: "Sinnende Frau", Druckgrafik, 1922

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Christoph Voll: "Sprengmeister Hantsch", Zeichnung, 1922

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Ludwig Godenschweg: "Weiblicher Akt", undatierte Druckgrafik

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Théodore Rousseau: "Vue de la vallée de la Seine", undatierte Zeichnung

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Ludwig Godenschweg: "Männliches Bildnis", undatierte Druckgrafik

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Christoph Voll: "Mönch", Aquarell, 1921

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Otto Griebel: "Kind am Tisch", undatiertes Aquarell

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Otto Dix: "Dame in der Loge", Aquarell, 1922

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Honoré Daumier: "Don Quichote und Sancho Panza", Gemälde, um 1865

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Eugène Delacroix: "Conversation mauresque sur une terrasse", undatierte Bleistiftzeichnung

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Auguste Rodin: "Etude de femme nue debout, les bras relevés, les mains croisées au-dessus de la tête", undatierte Zeichnung

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Otto Dix: "Dompteuse", Aquarell, 1922

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Bonaventura Genelli: "Männlicher Akt", undatierte Zeichnung

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Carl Spitzweg: "Das Klavierspiel", Zeichnung, um 1840

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Hans Christoph: "Paar", Aquarell, 1924

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Conrad Felixmüller: "Paar in Landschaft", Aquarell, 1924

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"Löwenbändiger", Max Beckmann, 1930, Gemälde aus Zandvoort, im Werkverzeichnis enthalten.

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Selbstbildnis rauchend, Otto Dix - bisher unbekannt, vermutlich um 1919. Damit ist es laut Kunst-Expertin Meike Hoffmann eines der ganz wenigen Werke, die Dix gleich nach dem Ersten Weltkrieg malte.

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Allegorische Szene, Marc Chagall. Gouache, nicht im Werkverzeichnis enthalten, Herkunft nicht eindeutig bestimmt.

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"Melancholisches Mädchen", Ernst Ludwig Kirchner. Farbholzschnitt mit Motiv eines Mädchens, Herkunft: Kunsthalle Mannheim. In dieser Farbigkeit war die Druckgrafik Kirchners bisher nicht bekannt.

Nazi-Kunstschatz entdeckt

Farblithographie von Otto Dix, bislang unbekannt. Die Herkunft kann nicht eindeutig nachgewiesen werden. In der Sammlung sind mehrere Grafiken von Dix enthalten, die im Zuge der Aktion "Entartete Kunst" beschlagnahmt wurden.

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Sitzende Frau, Henri Matisse. Das Bild dürfte Mitte der 1920er Jahre entstanden sein. Es wurde 1942 vom Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg in einem Banktresor im französischen Libourne beschlagnahmt.

Nazi-Kunstschatz entdeckt

Antonio Canaletto: "Sa. Giustina in Prà della Vale" in Padua, Druckgrafik, 1751/1800

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"Dorfmädchen mit Ziege", Gustav Courbet. Von dem Bild gibt es zwei Versionen, die beide im Werkverzeichnis deklariert sind. Das beschlagnahmte Bild wurde laut Hoffmann erst 1949 auf einer Auktion versteigert. Das Bild geriet also erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in die Sammlung Gurlitt.

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Max Liebermann: "Reiter am Strand", Gemälde, 1901

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Kunsthistorikerin Meike Hoffmann vor einem Gemälde aus der Sammlung

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Kunsthistorikerin Meike Hoffmann vor einem Gemälde aus der Sammlung

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Münchner Nazi-Schatz umfasst auch bislang unbekannte Meisterwerke - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Pressekonferenz-in-Augsburg-zum-Muenchner-Nazi-Schatz-id27628647.html

Es handle sich nicht nur um Werke der klassischen Moderne, sondern auch um deutlich ältere Bilder, sagte Hoffmann. Auch Bilder des 19. Jahrhunderts seien dabei gewesen. Das älteste Werk stamme aus dem 16. Jahrhundert. Die Werke seien "von ganz außerordentlicher Qualität", sagte Hoffmann. Die Bilder entdeckt zu haben, sei "natürlich ein unheimliches Glücksgefühl". Die Einzelforschung zu den einzelnen Künstlern werde davon sehr profitieren. Hoffmann rechnet damit, dass die Ermittlungen, bei welchen Bildern es sich um Raubkunst handelt, noch lange andauern werden.

Die Wohnung des 79-jährigen Cornelius Gurlitt in München-Schwabing war am 28. Februar 2012 durchsucht worden und nicht bereits 2011. Dies stellte der Leiter des Zollfahndungsamts München, Siegfried Klöble, klar, ohne allerdings den Namen Gurlitt zu nennen. Die Ermittler stießen in einem Raum auf die Bilder. "Die Gemälde waren in diesem Raum fachgerecht gelagert und in einem sehr guten Zustand", sagte Klöble. Hoffmann ergänzte, die Bilder seien zum Teil verschmutzt gewesen, aber nicht beschädigt.

Gerahmte und ungerahmte Bilder
Nach Angaben des Augsburger Oberstaatsanwalts Reinhard Nemetz beschlagnahmten die Behörden 1285 ungerahmte und 121 gerahmte Bilder. Darunter befanden sich Werke von Picasso, Chagall, Marc, Nolde, Spitzweg, Renoir, Macke, Courbet, Beckmann, Matisse, Liebermann, Dix, Kokoschka, Schmidt-Rottluff, Toulouse-Lautrec und Kirchner. Zum geschätzten Wert der Sammlung machte er keine Angaben. Das Gemälde "Löwenbändiger" von Max Beckmann sei noch vor der Durchsuchung versteigert worden. Die Gemälde seien derzeit nicht in einem Depot in Garching bei München gelagert, sondern anderswo untergebracht. Der Ort wird geheim gehalten. Die Fotos der Werke sollen nicht online gestellt werden, sagte Nemetz. Denn dies könnte die Interessen von Anspruchsberechtigten verletzen.

Kontrolle im Zug - dann kam der Falls ins Rollen
Auf die Spur der Bilder kamen die Ermittler nach einer Personenkontrolle am 22. September 2010 in einem Schnellzug von Zürich nach München. Dabei ergab sich der Anfangsverdacht einer Steuerstraftat. Ermittelt wird auch wegen möglicher Unterschlagung. Anders als spekuliert worden war, gehen die Ermittler nicht davon aus, dass Gurlitt noch ein zweites Lager hatte.

Das gilt offenbar auch für ein ungepflegt und unbewohnt wirkendes Haus, das Gurlitt im Salzburger Stadtteil Aigen besitzt. "Von den deutschen Behörden hat sich noch niemand bei uns gemeldet", sagte Marcus Neher, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, auf Anfrage der APA. "Bei der Staatsanwaltschaft Salzburg liegt nichts gegen den Mann vor." Allerdings hat die deutsche Justiz vor knapp zwei Jahren die Salzburger Kollegen mit der Bitte um Ermittlungen gegen Gurlitt wegen eines Finanzvergehens kontaktiert. "Dabei ist es um Kunsthandel gegangen, nicht um illegale Kunstwerke", erklärte Neher. Dem Ersuchen sei aufgrund der geschilderten Verdachtslage nicht entsprochen worden. "Bei den Schilderungen hat es für uns keinen Hinweis darauf gegeben, dass das ein strafgerichtlicher Tatbestand wäre. Es handelte sich um ein Finanzvergehen, das nicht in die Zuständigkeit des Landesgerichtes fällt", erläuterte Neher. "Seither ist niemand mehr mit einer anderen Verdachtslage an uns herangetreten."

 

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