LKW-Wahnsinn auf unseren Autobahnen

3 schwere Unfälle

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LKW-Wahnsinn auf unseren Autobahnen

Horrornacht auf den Autobahnen: Ein Lkw-Lenker stirbt, ein Oberösterreicher liegt nach einem Crash mit Gefahrengut-Lkw auf der Intensivstation.

Ein Toter, zwei Verletzte, stundenlange Sperre der A1, Säurealarm in Tirol – das ist die Schreckensbilanz von drei Vorfällen auf Autobahnen mit Lkw-Beteiligung. Die Unfälle im Detail:

Schauplatz 1
A1 bei Steyrermühl: Mitten in der Nacht, auf der A1 bei Steyrermühl (OÖ): 25 Tonnen Zuckersirup sind über die Fahrbahn verstreut, zwei Lkws stehen in sich verkeilt da, einer der beiden Lenker ist schwer verletzt. Chaos. Die A1 wird sofort gesperrt. "So ein Schlachtfeld habe ich selten gesehen", sagt Einsatzleiter Peter Pinaucic. Was war passiert? Der tschechische Lenker Peter Prybil (33) hatte die Kontrolle über seinen niederländischem Lkw verloren, fuhr auf die Betonleitschiene und geriet ins Schleudern. Das Fahrzeug kippte um, 25 Tonnen Zuckermelasse schwemmten im Dunkel der Nacht über die A1 – ein Unfall mit Folgen.

Denn für den oberösterreichischen Lkw-Lenker Adnan Kantarci (37) kam der Crash zu plötzlich. Er konnte sein Fahrzeug nicht bremsen, krachte in den stehenden Lkw und wurde durch den Aufprall schwer verletzt. Drei Stunden lang musste der 37-Jährige im Lkw aushaaren, bis ihn die Feuerwehr bergen konnte. Kantaki wurde sofort im Krankenhaus Vöcklabruck notoperiert und liegt jetzt auf der Intensivstation. Die A1 war bis Donnerstag, 16.30 Uhr gesperrt.

Schauplatz 2
A1 bei Haid: Fast zeitgleich, auf der A1 auf Höhe Haid: Ein deutscher Lkw-Lenker (54) kommt an seinem ersten Arbeitstag ohne Fremdeinwirkung von der Fahrbahn ab und stürzt mit seinem Lkw über eine Brücke. Das Fahrzeug kippt um, bleibt seitlich liegen. Nur mit viel Glück wird er überhaupt gefunden. Zwei Polizisten, denen die Fahrzeugteile auffallen, finden ihn. Doch jede Hilfe kommt zu spät – der Mann stirbt.

Schauplatz 3
A12 bei Ampass (Tirol): Aufregung auch in Tirol: Es ist 0.45 Uhr, als die Schönburger Polizei beim Ampasserhof bemerkt, dass aus einem belgischen Lkw Rauch aufsteigt. "Die Luft roch nach Säure, deshalb haben wir Alarm geschlagen", sagt ein Beamter. Der Fahrer wurde geweckt und die Experten der Berufsfeuerwehr rückten an. Mit Spezialkleidung konnten sie das defekte Ventil, aus dem die gefährliche Salpetersäure ausgetreten war, stopfen.

Für ARBÖ-Experten Josef Scherr ist klar: "Polizei muss ausländische Lkw viel mehr kontrollieren."

ÖSTERREICH: Warum passieren auf den Autobahnen immer wieder Unfälle mit Lkw?
Josef Scherr: Das Hauptproblem ist: Die Fahrer sind unter enormen Zeitdruck, verlieren deshalb viel zu oft die Konzentration und werden zu wenig kontrolliert.

ÖSTERREICH: Was heißt das?
Scherr: Ich war jahrelang selbst Lkw-Fahrer. Auffallend ist, dass die Polizei die heimischen Laster viel öfter und genauer kontrolliert aus die ausländischen. Das ist in der Branche bekannt. Theoretisch können sich ausländische Lkws mehr leisten und die Sicherherung vernachlässigen.

ÖSTERREICH: Warum sind die Fahrer so unter Zeitdruck?
Scherr: Die EU regelt via digitalem Tacho die Ruhezeiten der Fahrer. Doch die Fahrer können die Vorgaben nicht einhalten, weil bei den Raststätten zu wenig freie Plätze zur Verfügung stehen. Sie rasen dann zur nächsten Raststätte und es passieren Unfälle. Fakt ist: Wer weniger Zeit hat, sichert seine Güter weniger,

ÖSTERREICH: Wie kann dieses Problem gelöst werden?
Scherr: Es braucht eine Erweiterung der Rastplätze – und zwar europaweit. Und mehr Kontrollen von Lkws durch die Polizei.

Autor: (prj, prd)
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