Einstimmiges Urteil

Einstimmiges Urteil

Lebenslang für Cains Mörder

Seiten: 12

Schulterlanges, gefärbtes Haar, den Kopf nach unten gebeugt, die Stimme leise und zittrig: Geknickt sitzt der Angeklagte Milosav M. im vollen Schwurgerichtssaal Feldkirch und versucht, seine Gewalt-Orgie, mit der er den dreijährigen Cain malträtiert hatte, zu rechtfertigen. „Ich wollte, dass er sich’s merkt. Ich wollte Cain erziehen. Ich wollte aber nicht, dass er stirbt“, so seine Worte.

Diashow Prozess gegen Cains Peiniger gestartet

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Miloslav M. (27) jetzt mit schulterlangen schwarzen Haaren

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Verteidiger Edgar Veith

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Miloslav M. (27) mit seinem Anwalt Edgar Veith

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Richter Norbert Melter

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Gutachter Primar Dr. Haller (links) und Staatsanwalt Wilfried Siegele

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15 Monate davor, am 7. und 8. Jänner 2011, war der 27-jährige M., damals mit Kurzhaarschnitt, noch stark. So stark, dass er den Sohn seiner Ex-Lebensgefährtin Alexandra einem unfassbaren Martyrium aussetzte. Er schlug und misshandelte Cain, weil er unerlaubterweise aus der Küche Joghurt holte. „Fünf bis zehn Schläge“ mit der bloßen Hand, „etwa 20-mal“ mit dem Besenstiel aufs Gesäß, wie M. sagte.

Mediziner: „Exzessive Gewalt gegen Cain“
Der Bub litt unendliche Qualen. „Er starb an Blutverlust und Fetteinströmung in den Blutkreislauf“, so der Gerichtsmediziner Walter Rabl. Beide Gesäßhälften und Oberschenkel seien eine einzige Trümmerzone gewesen. Cain hatte Blutungen im Gehirn. „Es ist davon auszugehen, dass Dutzende Male mit exzessiver Gewalt zugeschlagen wurde“, sagt Rabl. Als er das erzählt, stockt den Zuhörern der Atem. Der Polizist neben M. kämpft mit den Tränen, eine Frau verlässt den Saal.

M. hatte nach einem erfolglosen Drogenentzug an beiden Tagen morgens Kokain, am 8. Jänner abends auch Heroin konsumiert. So mutig, dass er vor Gericht Fotos des verletzten Buben ansieht, ist er nicht. „Kann es sein, dass ich durch meine Schmerzen kein Gefühl mehr hatte, dass das Kind verletzt ist?“, fragt er den Gerichtsgutachter Reinhard Haller: „Sie waren vielleicht gefühlsstumpf, aber sie waren zurechnungsfähig.“ Haller empfiehlt im Schuldspruch die Einweisung in eine Anstalt.

„Er hält sich selbst für gefährlich.“
Verteidiger Edgar Veith plädierte auf „nicht schuldig“. „Von einem Tötungsvorsatz kann keine Rede sein. Im Gegenteil, der 27-Jährige hat sich um beide Buben gekümmert.“

Das Geschworenen-Urteil am Abend nach drei Stunden Beratungen fiel einstimmig aus. LebenslangMiloslav M.. Und er kommt in einen Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.


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Autor: (fej, prj)
Seiten: 12
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