Lebenslange Haft für Mord an Burgstaller

Südafrika

© APA

Lebenslange Haft für Mord an Burgstaller

Mthozisi M. wurde vom Obersten Gerichtshof als Hauptschuldiger wegen Mordes an den österreichischen Ex-Fußballer Peter Burgstaller zu lebenslanger Haft verurteilt, sein jüngerer Bruder Simo M. muss 20 Jahre hinter Gitter. Weiters bekamen die beiden Geschwister jeweils 15 Jahre wegen schweren bewaffneten Raubes. Das berichtete die südafrikanische Nachrichtenagentur SAPA am späten Freitagnachmittag. Der unerlaubte Waffenbesitz brachte dem Älteren zusätzlich noch 15 Jahren Haft ein, für den Besitz der Munition bekam er weitere fünf Jahre.

Während Simo M. somit 35 Jahre ins Gefängnis muss, hat sein Bruder eine Lebenslage Haft plus 35 Jahre zu verbüßen. Das Urteil brachte den verurteilten Haupttäter so aus der Fassung, dass er aus dem Gerichtssaal entfernt werden musste. Versuche, den wütenden Mann nach der Urteilsverkündung zu beruhigen, schlugen laut SAPA fehl.

Aggressive Person
Richter Vuka Shabalala beschrieb ihn als aggressive Person, die nicht wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden könne. Er habe seinen jüngeren Bruder während der Verhandlung angegriffen und beeinflusst, so der Richter. "Es gibt Aussagen, dass er seinen Bruder angewiesen hat, Burgstallers Mobiltelefon zu verstecken. Es zeigte sich, dass er der entscheidende Part bei der Begehung des Verbrechens war." Die Beweisführung stützte sich vor allem auf einen Zeugen und zwar auf einen Traktorfahrer am Golfplatz bei Durban, auf dem Burgstaller erschossen wurde. Dieser hatte der Polizei geschildert, wie die verurteilten Brüder versuchten Burgstallers Mobiltelefon zu verkaufen.

Der Mord fand im Vorfeld der in Südafrika geplanten Fußball-WM 2010 statt. Burgstaller war anlässlich der Auslosung der Qualifikationsgruppen nach Durban gereist, um WM-Projekte zu besprechen. "Es passierte zu einem Zeitpunkt, als alle Augen auf dieses Land gerichtet waren", meinte der Staatsanwalt über den Mord. "Burgstaller war hier, um an der aufregendsten Veranstaltung teilzunehmen, die hier je veranstaltet wurde."

Mthozisi M. wurde vor dem Mord an Burgstaller bereits viermal gerichtlich verurteilt - wegen Körperverletzung, Diebstahl und Einbruch. Der Mann habe keinen Respekt vor der Gesellschaft oder Eigentum, trotz seiner früheren Verurteilungen habe er sich nicht geändert, betonte der Staatsanwalt. Die Geschwister bekannten sich laut SAPA nicht schuldig. Der ältere Bruder behauptete, dass Handy beim Holzsammeln im Gebüsch gefunden und Simo M. gegeben zu haben. Der Hauptschuldige hatte laut SAPA in den letzten Verhandlungen keinen Verteidiger mehr, da er diesen im September wegen schlechter Verteidigung gekündigt hatte.

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