Letztes Jahrzehnt war das bisher wärmste

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Letztes Jahrzehnt war das bisher wärmste

Das angelaufene Jahrzehnt (2001 bis 2010) war in Österreich das bisher wärmste und sonnigste. Dies geht aus den geprüften und homogenisierten ZAMG-HISTALP-Werten hervor.

"Mit einer positiven Temperaturabweichung von 1,2 Grad Celsius im Vergleich zum Mittel (1901 bis 2000) war das abgelaufene Dezennium das wärmste seit dem Beginn der instrumentellen Messungen im Jahr 1767", so ZAMG-Klimaforscher Reinhard Böhm. Damit sei die positive Anomalie etwa doppelt so stark ausgeprägt wie im globalen Mittel.

Längere Sonnenscheindauer
Den Grund für die deutliche Erwärmung sehen die Klimaforscher in einer längeren Sonnenscheindauer. In den Tal- und Beckenlagen konnten sich die Menschen in den vergangenen zehn Jahren über neun Prozent mehr Sonne als im Mittel 1901- 2000 freuen. Auf den Bergen war es sogar noch ein Prozent mehr.

Die größten Temperaturabweichungen des Dezenniums findet man zwischen April und August. Während der August mit fast zwei Grad die größte positive Abweichung aufweist, hebt sich der September vom vieljährigen Mittel kaum ab. "Damit lässt sich auch erklären, warum viele Menschen das Gefühl haben, dass der Herbst als Übergangsjahreszeit verschwindet, da auf einen deutlich zu warmen August der "relativ" kühle September folgt", erläutert Böhm.

Warm-feuchter August
Spannend sei auch die Tatsache, dass sowohl der August als auch der September die einzigen beiden Monate in Tallagen sind, in welchen keine Zunahme der Sonnenscheindauer registriert wurde. Dies lässt laut dem Experten auf eine zunehmend warm-feuchte Witterung im August schließen.

Beim Niederschlag gibt es erfahrungsgemäß große regionale und saisonale Unterschiede. Einheitlich war (2001 bis 2010) nur die Abnahme in den Wintermonaten zwischen Dezember und Februar, sowie ein deutliches Plus im August. Und während sich die Niederschläge zum Mittel 1901-2000 von Vorarlberg bis in die Obersteiermark und Oberkärnten kaum verändert haben, findet sich in Nordösterreich zwischen Salzburg und Eisenstadt ein deutliches Plus von 7,5 Prozent. Ein markantes Minus von 6,7 Prozent weist hingegen der Südosten auf.

Luftdruck am Tiefpunkt
Die Talfahrt des Luftdrucks hat im Vorjahr ihren bisherigen Tiefpunkt erreicht, auch im gesamten Dezennium lag er in Lagen unter 700 Metern deutlich unter dem Durchschnitt von 1901-2000. Somit fand in eine Entkoppelung von Luftdruck und Temperatur statt.

Offenbar folgt der Einfluss der großräumigen Zirkulation auf die regionale Klimaentwicklung nicht immer dem einfachen Schema: Hoher Luftdruck - viel Sonnenschein - hohe Temperatur. Hingegen sei die Luftdruckzunahme abseits von Städten und Tälern ein ganz klares Zeichen der Erwärmung, betont Böhm. Sie wird durch die thermische Ausdehnung der zwischen den Tal- und den Bergobservatorien liegenden Luftschicht verursacht.

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