Nach Überfall auf Juwelier

Nach Überfall auf Juwelier

Linzer Polizei jagt "Bonnie & Clyde"

Nach dem Überfall auf ein Juweliergeschäft Samstagnachmittag in der Linzer Innenstadt hat die Polizei am Sonntag die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung gebeten und dazu konkrete Fragen gestellt. Unter anderem geht es um Hinweise im Zusammenhang mit einem bei der Tat verwendeten silberfarbenen Auto.

Der Coup war offenbar sorgfältig geplant worden, wie die am Sonntag veröffentlichten Details zeigen: Die Angestellte des Juweliers sperrte gegen 12.00 Uhr das Geschäft zu und fuhr mit dem Zug heim nach St. Georgen an der Gusen. Dort kam sie gegen 12.55 Uhr an. Noch im Bereich der Haltestelle fiel ihr ein geparkter silberfarbener Pkw auf. Vor ihm standen ein Mann und eine Frau. Als sie an den beiden vorbeikam wurde sie von ihnen mit einer Pistole bedroht und gezwungen, in den Wagen zu steigen.

Damit fuhren sie zurück nach Linz. Das Fahrzeug wurde gegen 13.30 Uhr in der Nähe des Juweliergeschäfts geparkt. Die Angestellte musste das Geschäft wieder aufsperren. Dann wurde sie mit Handschellen in einem Nebenraum an ein Stiegengeländer gefesselt. Die Räuber packten Schmuck, Uhren und Bargeld zusammen, verließen das Geschäft, sperrten von außen ab und verschwanden.

Der Überfallene schrie um Hilfe - vergeblich. Nach etwa eineinhalb Stunden gelang es ihr trotz der Fessel, das Rohr eines Staubsaugers und einen Regenschirm zu erreichen. Beide steckte sie zusammen. Damit zog sie ein Mobiltelefon zu sich und rief die Polizei. Doch auch ein angerücktes Großaufgebot an Beamten konnte ihr zunächst nicht helfen. Denn das Geschäft, das vor mehreren Jahrzehnten von Einbrechern buchstäblich ausgeräumt worden war, obwohl sich damals noch direkt gegenüber die Linzer Bundespolizeidirektion befand, war seither gut gesichert. Die Feuerwehr wurde angefordert. Sie durchtrennte an der Hinterseite des Gebäudes Gitterstäbe vor einem Fenster und schlug es ein. Dann stand aber noch eine Art eiserner Vorhang im Weg. Er wurde mit Brachialgewalt geöffnet. Erst dann konnte die Frau befreit werden. Sie war unverletzt, aber geschockt.

Täterbeschreibung
Da seit dem Überfall bereits geraume Zeit verstrichen war, hatte die Sofortfahndung nach den Tätern keinen Erfolg. Gesucht wird nach einem 30 bis 40 Jahre alten und 170 bis 175 Zentimeter großen Mann mit mittlerer Statur. Er hatte einen dunklen Teint, war unrasiert und sprach mit vermutlich osteuropäischem Akzent. Bekleidet war er mit einer knielangen, schwarzen Kapuzenjacke, dunkler Hose ebensolchen Sportschuhen und Wollhandschuhen. Bewaffnet war er mit einer schwarzen Pistole.

Seine Komplizin war 30 bis 40 Jahre alt, 170 bis 175 Zentimeter groß, dünn und im Gesicht sehr hager. Die schwarzen Haare hatte sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Auffällig war eine schiefe Zahnstellung im Oberkiefer. Auch sie sprach mit vermutlich osteuropäischem Akzent. Sie war mit einer dunklen Jacke und einer ebensolchen Jogginghose bekleidet.

Bei dem gesuchten Auto handelt es sich um ein silberfarbenes viertüriges Fahrzeug der Golf-Klasse vermutlich älteren Baujahres, aber mit gepflegtem Inneren, mit dunkel-grauen Stoffsitzen und ohne getönte Scheiben. Die Polizei will wissen, ob Zeugen den Wagen oder die beschriebenen Personen Samstagnachmittag an der Haltestelle in St. Georgen oder in Linz nahe dem Tatort gesehen haben.
 

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