Macheten-Amokläufer wieder ansprechbar

Nach Lebensgefahr

 

Macheten-Amokläufer wieder ansprechbar

Der 43-jähriger Wiener, der Mittwochabend von WEGA-Beamten angeschossen und lebensgefährlich verletzt worden war, dürfte wieder ansprechbar sein und auf die Normalstation verlegt worden sein, wo sein Zimmer von einem Polizisten bewacht wird. Das Wiener AKH bestätigte offiziell lediglich einen "normalen Verheilungsverlauf" des Mannes.

Ermittlungen gegen 4 Wega-Beamte
Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Wien ihre Ermittlungen aufgenommen. Zum einen gegen den angeschossenen Wiener wegen gefährlicher Drohung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung. Zum anderen gegen die vier Wega-Beamten wegen schwerer Körperverletzung. Außerdem hat man ein Schießgutachten in Auftrag gegeben. Mit einem Ergebnis ist frühestens in sechs bis acht Wochen zu rechnen.

Wann die Polizei den Verletzten einvernehmen wird, ist noch unklar. Eine Befragung kann erst nach Rücksprache mit den Ärzten erfolgen.

Harmloser Streit eskaliert
Am Mittwochnachmittag ist in der Lassallestraße in Wien-Leopoldstadt ein zunächst harmloser Streit zwischen Nachbarn eskaliert. Im Zuge der Auseinandersetzung "bewaffnete" sich ein Nachbar mit einem Holzstock, woraufhin der 43-jährige Verdächtige zurück in seine Wohnung ging und ein Messer, einer Machete ähnlich, holte. Als herbeigerufene Streifenpolizisten den Mann zur Rede stellen wollte, hatte sich dieser bereits in die Wohnung zurückgezogen. Auf Klopfen und Rufe reagierte er nicht. Die Beamten alarmierte zur Verstärkung die WEGA.

Als die vier Beamten der Sondereinheit nach dem Eintreffen die weitere Vorgehensweise besprachen, kam der Wiener plötzlich unerwartet aus der Tür und schlug auf eine Streifenpolizistin fünfmal mit seinem Messer im Schulterbereich ein. Nachdem ein Taser-Einsatz beim Angreifer keine Wirkung zeigte, griffen die Wega-Kräfte schlussendlich zur Waffe.

4 Schüsse von 3 Beamten
Drei Beamte gaben vier Schüsse ab, die zu fünf Verletzungen am Hals, im Brustbereich und an den beiden Oberschenkeln führten. Vermutlich dürfte eine Kugel den Hals durchschlagen haben, eine weitere die beiden Oberschenkel, die dritte blieb im Brustkorb stecken. Die vierte verfehlte den Mann und traf den Türstock.

Notwehr und Nothilfe
Der angeschossene Wiener wurde nach seiner Einlieferung im AKH notoperiert, die Polizistin wurde leichter verletzt und ebenfalls in einem Krankenhaus behandelt. Die WEGA-Beamten gaben bei ihrer Befragung durch das Bundesamt für Korruptionsprävention und -bekämpfung (BAK) an, aus Notwehr und Nothilfe gehandelt zu haben. Sie sind weiterhin im Dienst.

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