08. September 2010 22:51

31-Securitys 

Massen-Ansturm bei Kampusch-Lesung

Schon Stunden vorher waren alle Plätze bei ihrem Auftritt belegt.

Massen-Ansturm bei Kampusch-Lesung
© APA, List

"Ich wollte ein neues Leben beginnen" - so begründete Natascha Kampusch bei der Lesung aus ihrer Autobiografie das Niederschreiben ihrer Erlebnisse in der Gefangenschaft. "Jetzt steht es da drinnen, jetzt muss ich mich nicht mehr damit befassen." Auf 284 Seiten schildert die 22-Jährige ihr mehr als acht Jahre dauerndes Martyrium vom Tag der Entführung bis zur Flucht. Sichtlich nervös, mit teilweise zittriger Stimme las sie fünf Passagen aus "3096 Tage" in der Buchhandlung Thalia in der Landstraße vor. Die rund 800 Personen im Publikum zeigten sich beeindruckt und gerührt.

Massen-Ansturm bei Kampusch-Lesung
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Natascha liest aus ihrere Biographie vor



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Natascha liest aus ihrere Biographie vor



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Natascha liest aus ihrere Biographie vor
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Natascha liest aus ihrere Biographie vor
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Natascha liest aus ihrere Biographie vor
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Natascha liest aus ihrere Biographie vor
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Natascha liest aus ihrere Biographie vor





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Natascha liest aus ihrere Biographie vor



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Natascha liest aus ihrere Biographie vor

Immer wieder schweifte Kampuschs Blick zu ihre Mutter Brigitta Sirny in der ersten Reihe. Besonders wenn es darum ging, dass sie in ihrer Gefangenschaft ihre Familie vermisste, sah sie zu Sirny. Nach dem Vorlesen einer Textstelle über den Tag der Flucht, warf sie ihr ein breites Lächeln zu. Sie sei sehr stolz auf ihre Tochter, betonte Sirny nach Lesung. Sie habe schon angefangen, "3096 Tage" auch selbst zu lesen, sei aber noch nicht fertig.

Betroffenheit  

Die Zuhörer der Lesung nahmen Kampuschs Geschichte sichtlich betroffen auf. "Beeindruckend, das hätte ich mir nicht gedacht", sagte ein Geschäftsmann aus der Landstraße. Eine Beratungslehrerin aus Kampuschs ehemaliger Volksschule hofft, dass mit dem Buch die Vorurteile über das Entführungsopfer abgebaut werden. "Sie ist ein liebes Mädchen", sagte sie. "Ich finde sie großartig und sie soll so weitermachen", meinte eine junge Mutter.



Verfilmung  
Kampuschs selbst denkt im Bezug auf ihre Zukunft derzeit besonders an die bevorstehende Verfilmung ihrer Geschichte: "Es ist auch interessant, diese Paranoia des Täters zu zeigen und wie ein Mensch in einem so kleinen Raum leben kann, ohne verrückt zu werden", meinte sie zu ORF-Moderator Christoph Feurstein, der durch die Lesung führte. "Es ist eigentlich ein Hollywood-Stoff, aber es wird kein Hollywood, sondern eine deutsche Produktion."



   Verfilmungsangebote kurz nach ihrer Flucht im Jahr 2006 habe sie aus Angst vor kitschigen TV-Streifen abgelehnt: "Ich habe das damals pietätlos gefunden." Mit der Zeit habe sie mehr Abstand zu den Geschehnissen gewonnen und könne bei der Entstehung des Drehbuchs mitbestimmen. "Es beruhigt mich, dass ich Einfluss nehmen kann", betonte die 22-Jährige, die in einem beigen Seidenkleid und hohen Stöckelschuhen vor ihr Publikum trat.

Sichtlich aufgeregt

Angesichts der vielen Menschen zeigte sie sich sichtlich aufgeregt. "Ich bin sprachlos", meinte sie zu Beginn. "Es ist irgendwie wie im Theater. Es ist irgendwie seltsam vor so viel Publikum." Mehrmals suchte sie lächelnd Augenkontakt mit bekannten Gesichtern, ihre auf den Knien ruhende oder verschränkten Arme verrieten ihre Nervosität. Selbstsicher wirkte sie, wenn sie über ihr jetziges Leben in Freiheit sprach: "Immer mehr habe ich gemerkt, dass ich keinen Zugang zu den Menschen habe. Wie denn auch? Mir fehlen ja acht Jahre."

   Insgesamt sorgte ein 31-köpfiges Security-Team des Österreichischen Wachdiensts (ÖWD) für Sicherheit bei der Lesung. Es kam zu keinen Zwischenfällen. Auch vonseiten der Polizei wurden keine Vorkommnisse berichtet. Kampusch wurde vor der Lesung nach einem Fototermin für Journalisten über einen Notausgang in das Geschäft auf der Landstraßer Hauptstraße geschleust. Thalia-Filialleiterin Michaela Bokon war mit dem Verkauf des Buches nach der Lesung zufrieden: "Es läuft sehr, sehr gut."


 


Das schreibt Natascha in ihrer Biografie
:

Priklopils Idol war Adolf Hitler

In ihrem Buch skizziert Natascha Kidnapper Wolfgang Priklopil als extrem verklemmten Menschen – der jedoch gleichzeitig an Größenwahn litt: "Eines der Bücher, auf das der Täter besonderen Wert legte, war 'Mein Kampf' von Adolf Hitler. Er sprach oft und mit Bewunderung von Hitler und meinte: 'Der hatte recht mit der Judenvergasung.' Sein politisches Idol war Jörg Haider, der Rechtsaußen-Führer der Freiheitlichen Partei. Er fühlte sich als Herrenmensch. Ich war der Mensch zweiter Klasse."
Priklopil hatte ein perfides System, um sein Opfer ständig zu demütigen und seine Missachtung spürbar zu machen. Natascha musste sich an fixe, perverse Regeln halten: "Ich musste immer im gleichen Abstand zu ihm stehen und gehen – einen Meter, nicht mehr, nicht weniger, sonst rastete er sofort aus."
Auch durfte Natascha den Entführer nie anblicken: "Er verlangte, dass ich den Kopf immer gesenkt halte, den Blick nie hebe. Er sagte: 'Ich bin ein ägyptischer Gott, du musst mir in allem folgen. 'Ich bin dein König', sagte er, 'und du bist meine Sklavin, du gehorchst.'"
Nataschas Vorleben war für den brutalen Sonderling absolut tabu, er schwelgte in Allmachtsfantasien: "Ich durfte meine Eltern nicht mehr erwähnen und von nichts sprechen, was ich vor der Gefangenschaft erlebt hatte. Wenn ich meine Eltern erwähnte, bekam er einen Wutanfall. 'Ich habe dich gerettet', sagte er immer wieder. 'Du hast keine Familie mehr. Ich bin dein Vater, deine Mutter, deine Oma und deine Schwestern. Ich bin jetzt alles für dich. Du hast keine Vergangenheit mehr', bläute er mir ein. 'Du gehörst nur mir. Ich habe dich erschaffen.'"
Parierte Natascha nicht auf seine zahlreichen, abartigen Forderungen, wurde der Kidnapper sofort wütend: "Wenn du nicht tust, was ich dir sage, dann muss ich dir das Licht abdrehen. Wenn du nicht brav bist, muss ich dich fesseln."
Fruchteten die Drohungen nicht, griff Priklopil zur Gewalt: "Als ich einmal zu langsam auf eine seiner Anweisungen reagierte, warf er ein Stanleymesser gezielt nach mir. Die scharfe Klinge bohrte sich in mein Knie."


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18 Postings
goaround1 meint am 11.09.2010 09:14:43 ANTWORTEN >
Also die Inszenierung der Buchpräsentation schlägt dem Faß den Boden aus. 31 Sicherheitsleute - wovon hatte man Angst???
Angst von Priklobil???
Oder die Angst vor der Angst, daß das Buch ein Flop werden könnte?
Ich wünsche Frau Kampusch alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg!
karli030363 meint am 11.09.2010 07:17:01 ANTWORTEN >
Ich zweifle an allem!! Bin mittlerweile 48 Jahre, jedoch könnte ich mich nicht so spezifisch erinnern, was vor 3096 Tagen genau passiert ist! Und nochmals Ausflüge, gemeinsames Fühstück etc. - dies war eine Beziehung, welche zerbrach!!
Viel schlimmer war der "Fall Fritzl"! Hört man hier etwas von den wirklichen OPFERN, welche mir wesentlich mehr leid tun - welche auch nicht an die Öffentlichkeit gehen, kein Geld lukrieren, keine Medien etc.?? Diesen Menschen gehört geholfen!
EchterSchurnalist meint am 10.09.2010 19:31:09 ANTWORTEN >
ÖIAG-chef michaelis bekommt prämie für mitarbeiterabbau
typisch övp
Viennajeff meint am 10.09.2010 12:02:36 ANTWORTEN >
Jetzt verschont uns endlich mit dieser Kampusch!
Dieses Buch braucht man genausowenig wie einen Kropf. Die versucht nur Geld zu machen und wird von einer geldgierigen Mutter und Beratern gesteuert.
Spendet lieber das Geld für das Buch an die die wirklich Probleme haben.
Diese Kampusch nervt! Wir haben doch keine Sommerloch mehr.
karpfen meint am 10.09.2010 11:55:39 ANTWORTEN >
Mich wundert es überhaupt nicht, dass es viele Österreicher gibt, die anscheinend mit dem Täter Priklopil mehr Mitleid haben als mit dem Opfer. Bitte, was kann Natascha Kampusch dafür, von einem hochgradig Gestörten entführt und gefangen gehalten worden zu sein? Gestörte identifizieren sich mit Gestörten...
luckyhome meint am 10.09.2010 07:09:52 ANTWORTEN >
Hi snowman
So ist es und nicht anders!!
xyzz meint am 09.09.2010 20:00:39 ANTWORTEN >
ich verstehe nicht, dass es tatsächlich leute gibt die sich das buch kaufen. hauptsache sie ist wieder in den medien
Tunichtgut meint am 10.09.2010 09:53:49
@xyzz
ich verstehe nicht, dass es tatsächlich leute gibt die deine postings lesen.
hauptsache du bist wieder im forum!

wie sich alles schön zusammenfügt auf dieser welt-
der betrachter macht das bild zu dem was scheint zu sein!
mungo1 meint am 09.09.2010 19:53:45 ANTWORTEN >
Es hat einen faden Geschmack dass die Mutter so schnell mit ihrem Buch am Markt war, das anscheinend gefloppt ist. Jetzt ist halt anzunehmen, dass sie bei der Tochter mitverdient. Der Vater ist abgemeldet, naja Gedanken sind zollfrei. Wünsche ihr trotzdem alles Gute.
snowman meint am 09.09.2010 19:35:01 ANTWORTEN >
hat nicht die natascha beim letzten grossen auftritt gesagt, dass sie endlich ruhe haben will. jetzt fängt sie selbst wieder an und hört erst dann wieder auf, wenn der kontostand stimmt.
summer69 meint am 09.09.2010 16:43:06 ANTWORTEN >
;-))))))) was ist heutzutage schon sicher?
ichglaubsnicht meint am 09.09.2010 15:16:39 ANTWORTEN >
oje, da hat sich anscheinend wer angesprochen "gedacht"!!!

Tja...wie der Schelm DENKT, so IST er...ist sicher so;))))
Smoke meint am 09.09.2010 14:06:24 ANTWORTEN >
Oh Mann wozu braucht die Person soviele Bewacher? Das hat ja nicht mal der BP. Ob man da nicht übertreibt wie immer? Warum sie erst jetzt mit ihrer Geschichte rausrückt ist auch unglaubwürdig. Oder reines Kalkül um viel Kohle zu machen?! Ich glaube ihr nicht deshalb kaufe ich nichts von der! #viel besser Thilo Sarrazins Buch od. Kirsten Heisigs. pi-news.net lesen
summer69 meint am 09.09.2010 12:35:39 ANTWORTEN >
Tja...wie der Schelm ist, so denkt er...falls möglich;)))))
ichglaubsnicht meint am 09.09.2010 11:25:32 ANTWORTEN >
tja, so sind sie, die nach außen hin biederen und wahnsinng normalen(!), herrenmenschen...
summer69 meint am 09.09.2010 10:51:18 ANTWORTEN >
Hm...also bei Stracherl mit seinen 4 Securitys wird über die Kosten debattiert, wer bezahlt die Kampusch-Bewacher? (wozu der Aufwand überhaupt?)
snowman meint am 09.09.2010 19:26:22
hy, summer 69 !
geb dir vollkommen recht !
mungo1 meint am 09.09.2010 10:46:42 ANTWORTEN >
Wozu braucht sie denn 31 Bodyguards, ist das die ersehnte Freiheit ? Natürlich werden viele Neugierige kommen "Kampusch schauen". Dann muss sie ja ihr ganzen Leben beschützt werden, erst recht wenn immer geschrieben wird, wieviel Geld sie verdient. Armes Mädchen.
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