Auf Irrwegen

"Mein Navi lotste mich in diese Gasse"

Skurrile Zwischenfälle mit Navigationsgeräten häufen sich: Zuletzt blieb am Mittwoch ein deutscher Autofahrer in einer zu engen Gasse in Villach stecken. ÖSTERREICH besuchte ihn im Krankenhaus, wo ihm eine Fingerkuppe amputiert werden musste: „Als es enger wurde, wollte ich die Seitenspiegel einklappen. Dabei hab ich mir den kleinen Finger aber so böse gequetscht, dass ein kleines Stück amputiert werden musste. Statt des Hotels sah ich also das Krankenhaus von Villach“, erzählt Wolf Sonnenschmied (68).

Der Mann fuhr am Mittwoch vom bayrischen Wald nach Villach, wo er eine Nacht bleiben und dann weiter nach Pula in Kroatien reisen wollte. Auf der Suche nach dem Hotel gab ihm sein Navi den Tipp, durch eine Gasse zu fahren. Die war allerdings Fußgängerzone und für Autos viel zu eng.

Feuerwehr musste Lenker aus dem Mercedes helfen
Er blieb schließlich stecken, konnte keine Tür mehr öffnen, nicht vor und nicht zurück. Hinter ihm standen bereits Fußgänger, die nicht vorbeigehen konnte. Schließlich kamen ihm zwei Polizisten zu Hilfe. „Ich war ein bisschen verzweifelt angesichts der Lage“, so Sonnenschmied. Die verständigte Feuerwehr half dem Gehbehinderten schließlich, aus dem Kofferraum zu klettern.

Dass ein Lenker in die Gasse einfährt, sei nicht zum ersten Mal passiert, so Feuerwehr-Kommandant Harry Geissler zu ÖSTERREICH: „Die Hotels geben als Adresse „Hauptplatz“ an, aber man kommt auf den Hauptplatz nicht hin, weil dort ja Fußgängerzone ist. Aber wer glaubt denn schon, dass ein Mann immer weiter fährt, auch wenn die Gasse immer enger wird?!“

Navis lotsen Autofahrer immer öfter in die Irre
Blind der Technik zu vertrauen, ist jedenfalls beim Navi nicht ratsam: Erst im März verlor ein Laster in der Steiermark fünf Kilo Osterfleisch, weil der Lenker auf einer steilen Straße fuhr – trotz LKW-Fahrverbot. Sein Navi hatte ihm die Straße empfohlen.

Oder in Tirol: Da landete ein BMW-Fahrer auf einer Langlaufloipe. Die Geräte geben auch immer wieder den Rat, mitten in einem Tunnel umzudrehen.

 

"Ich hab den Vogel abgeschossen..."

ÖSTERREICH: Wie konnte es denn passieren, dass Sie in der Gasse stecken blieben?
Wolf Sonnenschmied: Naja, ich hatte die Adresse ins Navi eingegeben und ich bin schon drei Mal um den Hauptplatz herumgefahren, dann errechnete mein Navi die neue Route und die führte durch die Gasse.

ÖSTERREICH: ... die immer enger wurde ...
Sonnenschmied: Ich hab das auch gesehn, dass das eng wird. Aber ich dachte, wenn das Navi meint, wird es schon passen.

ÖSTERREICH: Wie kam es zu Ihrer Verletzung?
Sonnenschmied: Als es enger wurde, wollte ich die Seitenspiegel einklappen. Dabei hab ich mir den kleinen Finger aber so böse gequetscht, dass ein kleines Stück amputiert werden musste. Statt des Hotels sah ich also das Krankenhaus von Villach.

ÖSTERREICH: Sie haben für viel Aufregung gesorgt in Villach ...
Sonnenschmied: Ja, viele haben mich fotografiert und auch gelacht. Naja, ich hab ja echt den Vogel abgeschossen ...

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